Willkommen in der InkluPedia

Myanmar

Aus InkluPedia
Zur Navigation springen Zur Suche springen
ပြည်ထောင်စု သမ္မတ မြန်မာနိုင်ငံတော်
Pyidaunzu Thanmăda Myăma Nainngandaw
Republik der Union Myanmar
Flag of Myanmar.svg
State seal of Myanmar.svg
Flagge Wappen
Amtssprache Birmanisch
Hauptstadt Naypyidaw
Regierungssitz Naypyidaw
Staats- und
Regierungsform
Republik mit parlamentsgebundener Exekutivgewalt
Staatsoberhaupt Staatspräsident Win Myint
Regierungschef Staatsberaterin Aung San Suu Kyi
Währung 1 Kyat (MMK) = 100 Pyas (P)
Unabhängigkeit 4. Januar 1948
(vom Vereinigten Königreich)
Nationalhymne Gba Majay Bma
(„Bis zum Ende der Welt“)
Zeitzone UTC+6:30
Kfz-Kennzeichen MYA
ISO 3166 MM, MMR, 104
Top-Level-Domain .mm
Telefonvorwahl +95
Myanmar on the globe (Southeast Asia centered).svg

Myanmar (amtlich Republik der Union Myanmar; ပြည်ထောင်စု သမ္မတ မြန်မာနိုင်ငံတေ; Pyidaunzu Thanmăda Myăma Nainngandaw; [pjìdàʊɴzṵ θàɴməda̰ mjəmà nàɪɴŋàɴdɔ]) (allgemeinsprachlich Birma oder Burma) ist ein Staat in Südostasien. Er grenzt an Thailand, Laos, die Volksrepublik China, Indien, Bangladesch und dem Golf von Bengalen, ein Randmeer des Indischen Ozeans. Die Hauptstadt Myanmars ist Naypyidaw. Die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi (* 1945) der Nationalen Liga für Demokratie (NLD) ist als Staatsberaterin Regierungschefin, Ministerin des Büros des Präsidenten und Außenministerin von Myanmar. Win Myint (* 1951) der NLD ist der Staatspräsident von Myanmar.

Geografie

Myanmar grenzt im Norden und Osten an die Volksrepublik China sowie weiter südlich im Osten an Laos und Thailand und im Süden an den Golf von Bengalen, ein Randmeer des Indischen Ozeans. Der südlichste Teil Myanmars liegt auf der Malaiischen Halbinsel. Im Westen grenzt Myanmar an Bangladesch und die indischen Bundesstaaten Mizoram, Manipur, Nagaland und Arunachal Pradesh. Im Norden Myanmars liegt das Kachin-Bergland, ein südlicher Ausläufer des Himalaya Hochgebirgssystems. An der Grenze Myanmar–Indien–China liegt der Hkakabo Razi, der mit 5881 m der höchste Berg Südostasiens ist. Die bedeutendsten Flüsse Myanmar sind der Irrawaddy (2170 km), Saluen (2820 km[1]), Sittaung (420 km), Chindwin (840 km) und Mekong (4909 km[2]) Der Mekong durchquert sechs Länder und einer der zwölf längsten Flüsse der Erde.

Die größte Stadt des Landes ist Rangun (offiziell Yangon), die Hauptstadt des Verwaltungsbezirks Yangon-Division. Rangun war früher auch die Hauptstadt von Myanmar, seit 2005 ist Naypyidaw die Hauptstadt. Weitere große Städte in Myanmar sind Mandalay, Mawlamyaing, Pathein, und Bago.

Geschichte

Im 11. Jahrhundert gründete König Anawrahta das erste birmanische Reich. Im 19. Jahrhundert fiel Birma nach mehreren Kriegen unter britische Herrschaft, 1886 wurde es Teil von Britisch-Indien. 1929 wurde das passive Frauenwahlrecht auf derselben Basis wie das passive Männerwahlrecht eingeführt. 1935 trat der Government of Burma Act in Kraft, womit die Zeit Burmas als Provinz Indiens endete, sie standen trotz eigenem gesetzgebenden Gremium aber immer noch unter britischer Herrschaft. Diese Verfassung wurde aufgehoben, als Japan während des Zweiten Weltkrieges 1942 das Land okkupierte. Nach der erneuten Besetzung durch die Briten folgte nach Kriegsende 1948 die Entlassung in die Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich. Nach einer demokratischen Phase bis 1962 wurde Birma von verschiedenen Militärregimen kontrolliert.

Seit den späten 1980er Jahren setzt sich Aung San Suu Kyi (* 1945) für eine gewaltlose Demokratisierung ihres Heimatlandes ein. 1989 wurde sie zum ersten Mal unter Hausarrest gestellt, der erst 1995 wieder aufgehoben wurde. 1991 erhielt sie für ihren Kampf den Friedensnobelpreis. Im September 2000 wurde sie zum zweiten Mal unter Hausarrest gestellt. 2000 verlieh ihr US-Präsident Bill Clinton die Freiheitsmedaille, die höchste zivile Auszeichnung der USA. Der zweite Hausarrest ging bis Mai 2002. Ein Jahr später wurde sie erneut unter Hausarrest gestellt, der mehrmals verlängert wurde. Im November 2005 begann die Regierung mit der Verlegung des Regierungssitzes von Rangun nach Naypyidaw. Nachdem Aung San Suu Kyi 2007 immer noch unter Hausarrest stand, begannen am 19. August 2007 Demonstrationen in Myanmar, angeführt von buddhistischen Mönchen (Bhikkhu) und Nonnen (Bhikkhuni), denen sich bald Zehntausende weitere Zivilisten anschlossen. Am 22. September 2007 drangen diese teilweise zu ihrem Anwesen vor, woraufhin sie für etwa 15 Minuten nach über vier Jahren erstmals in die Öffentlichkeit trat.[3] Nach zwei Treffen mit dem UN-Sondergesandten Ibrahim Gambari (* 1944) machte die Junta angesichts des öffentlichen Drucks ein Gesprächsangebot. Sofern Aung San Suu Kyi von ihrem „Kurs der Konfrontation, Verwüstung und Sanktionen“ ablasse, werde sich Machthaber Than Shwe (* 1933) persönlich mit ihr treffen.[4] Suu Kyi ging im Interesse der Nation auf das Angebot ein. Das markierte den Beginn einer Kampagne, in der das Regime ihr ihren angeblichen Vertretungsanspruch für alle Nationalitäten Myanmars absprach.[5] Sie wurde zur Verbindungsministerin ernannt und das Regime arrangierte in den Folgemonaten einige Treffen mit ihr.

Im Februar 2008 setzte die Militärjunta ein Referendum über eine neue Verfassung im Mai 2008 an, welches trotz der Verwüstungen wenige Tage zuvor durch den Tropensturm Nargis durchgeführt wurde.[6] Im Mai 2009 wurde Suu Kyi wenige Tage vor Auslaufen ihres Hausarrestes verhaftet und wegen Missachtung der Hausarrest-Bestimmungen im Insein-Gefängnis inhaftiert und ein Prozess gegen sie eröffnet. Im August 2009 wurde sie zu weiteren 18 Monaten Hausarrest verurteilt. Nur Minuten nach der Urteilsverkündigung revidierten der Staatsrat für Frieden und Entwicklung und General Than Shwe das zunächst ausgesprochene Strafmaß von drei Jahren Gefängnis mit Zwangsarbeit. Noch 2009 bot Suu Kyi General Than Shwe eine Zusammenarbeit an.[7] Im März 2010 veröffentlichte die Militärregierung ein Wahlgesetz, das in der Folge Suu Kyi von den Parlamentswahlen am 7. November 2010 ausschloss.[8] Am 7. November 2010 fanden die ersten Wahlen seit 1990 statt, knapp eine Woche später wurde Suu Kyi aus ihrem Hausarrest entlassen.[9] Nach den Wahlen wurde der vorherige Premierminister Thein Sein (* 1945) am 4. Februar 2011 zum ersten Präsidenten Myanmars seit der Abschaffung des Amtes 1988 ernannt.

Aung San Suu Kyi trat bei Nachwahlen am 1. April 2012 für einen Parlamentssitz an und gewann den Wahlkreis Kawhmu; ihre Partei gewann 43 der 45 frei gewordenen Sitze.[10] Mitte 2012 reiste Aung San Suu Kyi mit ihrer Teilnahme beim Weltwirtschaftsforum in Bangkok in Thailand nach 24 Jahren erstmals wieder ins Ausland.[11] Bei den am 8. November 2015 durchgeführten Parlamentswahlen errang die Nationale Liga für Demokratie (NLD) von Aung San Suu Kyi die absolute Mehrheit. Das Militär hatte sich im Vorfeld der Wahl ein Viertel der Parlamentssitze gesichert. Suu Kyi ist jedoch vom Präsidentenamt ausgeschlossen, weil ihre beiden Söhne britische Pässe haben.[12] Thein Sein blieb bis 2016 im Amt, sein Nachfolge wurde für knapp zwei Jahre Htin Kyaw (* 1946), gefolgt 2018 von Win Myint (* 1951) der NLD. Bei den Parlamentswahl im November 2020 erreichte Suu Kyis Partei NLD erneut die absolute Mehrheit. Das Militär, für die automatisch ein Viertel der Sitze in den Parlamentskammern reserviert ist, sprach dagegen von Wahlbetrug und begann am 1. Februar 2021 unter Oberbefehlshaber Min Aung Hlaing Tage vor der konstituierenden Sitzung des neuen Parlaments mit einen Putsch. Das Militär verhängte einen einjährigen Notstand und nahm De-Facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi, Präsident Win Myint sowie weitere hochrangige Mitglieder der Regierungspartei fest.[13] Am 6. Februar 2021 kam es zu Protesten von rund 1000 Demonstranten in Rangun gegen den Putsch. Die Militärregierung sperrte unterdessen den Zugang zu einigen sozialen Medien wie Facebook, Twitter und Instagram.[14] Es kam zu Boykottaufrufe gegen Produkte von Unternehmen, die dem Militär gehören. Dazu gehören eine beliebte Biermarke und SIM-Karten.[15] Mitte März 2021 verhängte das Militär das Kriegsrecht. Bis dahin gab es bereits über 100 Tote bei Demonstrationen.[16]

Verwaltungsgliederung

Myanmar gliedert sich in sieben Staaten, sieben Regionen und ein Unionsterritorium. Die Staaten und Regionen sind wiederum untergliedert in Distrikte und Gemeinden.

Verwaltungsgliederung von Myanmar
Verwaltungs-
einheit
Name Hauptstadt
Staat Rakhaing
(ehemals Arakan)
Akjab
Staat Chin Hakha
Staat Kachin Myitkyina
Staat Shan Taunggyi
Staat Kayah Loi-kaw
Staat Kayin oder Karen Hpa-an
Staat Mon Mawlamyaing
Region Sagaing Sagaing
Region Tanintharyi
(ehemals Tenasserim)
Tavoy
Region Irawadi Pathein
Region Yangon Rangun
Region Bago (Pegu) Bago
Region Magwe Magwe
Region Mandalay Mandalay
Unionsterritorium Naypyidaw Naypyidaw
Karte der politischen Gliederung von Myanmar

Literatur

  • 2000: Birma zwischen "Unabhängigkeit Zuerst - Unabhängigkeit Zuletzt", Hans-Bernd Zöllner, 608 Seiten, Lit Verlag Münster, ISBN 978-3825843601
  • 2012: CultureShock! A Survival Guide to Customs and Etiquette: Myanmar, Saw Myat Yin, 144 Seiten, CAVENDISH SQUARE, 3. Auflage, ISBN 978-1608707867 (Englisch)
  • 2013: A History of Myanmar Since Ancient Times: Traditions and Transformations, Michael Arthur Aung-Thwin, Maitrii Aung-Thwin, 304 Seiten, Reaktion Books, 2. erweiterte und aktualisierte Auflage, ISBN 978-1780231723 (Englisch)
  • 2014: Culture and Beyond: Myanmar, Meiji Soe, 266 Seiten, Myanmar Book Centre, ISBN 978-9997100368 (Englisch)
  • 2014: Handbuch Myanmar: Gesellschaft - Politik - Wirtschaft - Kultur - Entwicklung, Ute Köster, Phuong Le Trong, Christina Grein, 496 Seiten, Horlemann, ISBN 978-3895023613
  • 2020: The Hidden History of Burma: Race, Capitalism, and the Crisis of Democracy in the 21st Century, Thant Myint-U, 304 Seiten, Atlantic Books, ISBN 978-1786497871 (Englisch)

Weblinks

Quellen