Venezuela: Unterschied zwischen den Versionen

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Im Februar 2018 begann Venezuela mit dem Vorverkauf für Anrechts-Tokens auf die eigene Kryptowährung Petro. Petro war die erste von einem Staat erzeugte Kryptowährung.<ref>[https://www.heise.de/newsticker/meldung/Petro-Venezuela-beginnt-mit-Vorverkauf-seiner-Kryptowaehrung-3974331.html Petro: Venezuela beginnt mit Vorverkauf seiner Kryptowährung | heise online, 20.02.2018]</ref> Bei den Präsidentschaftswahlen im Mai 2018 wurde Nicolás Maduro bei geringer Wahlbeteiligung wiedergewählt. Die Wahlbeteiligung gab die von der Regierung kontrollierte Kommission mit 46,1 Prozent an, die Opposition sprach von weniger als 30 Prozent. Der einzige Konkurrent Henri Falcón erkannte die Wahl wegen Unregelmäßigkeiten nicht an. Das wichtigste Oppositionsbündnis MUD boykottierte die Abstimmung. Im Vorfeld der Wahl hatten mehrere [[lateinamerika]]nische Länder, die [[Vereinigte Staaten|Vereinigten Staaten]] und die [[Europäische Union]] angekündigt, die Wahl nicht anzuerkennen. Venezuela steckt in der schwersten Krise seiner Geschichte. Aufgrund der humanitären Krise trotz extrem großer Ölvorkommen haben bereits Millionen Venezolaner das Land verlassen.<ref>[https://www.spiegel.de/politik/ausland/venezuela-nicolas-maduro-zum-wahlsieger-erklaert-opposition-protestiert-a-1208766.html Venezuela: Nicolas Maduro lässt sich zum Sieger erklären - Opposition protestiert - SPIEGEL ONLINE, 21.05.2018]</ref> Mitte Januar 2019 erklärte die Nationalversammlung Venezuelas die Wiederwahl Maduros für unrechtmäßig und alle künftigen Regierungsentscheidungen für nichtig.<ref>[https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/venezuela-parlament-erklaert-maduros-wahl-fuer-nichtig-15991054.html FAZ.NET | Venezuela: Parlament erklärt Maduros Wahl für nichtig, 16.01.2019]</ref> Eine Woche später erklärte sich Juan Guaidó (* 1983), der Präsident der Nationalversammlung, wie in der Verfassung für diesen Fall vorgesehen, sich zum Interimspräsidenten. Er wurde am 23. Januar von [[Ecuador]] unter seinem Präsidenten Lenín Moreno (* 1953) und am 24. Januar von US-Präsident [[Donald Trump]] anerkannt, gefolgt von Venezuelas Nachbarländern Kolumbien, Brasilien und weiteren Staaten der OAS. Am 6. Dezember 2020 fanden die Parlamentswahlen 2020 in Venezuela statt. Sie wurde von der Partei von Präsident Maduro gewonnen, dabei erlangte Staatschef Maduro die Kontrolle über das Parlament zurück. Die Wahlbeteiligung lag bei nur 31 Prozent. Ein großer Teil der Oppositionsparteien rief zum Wahlboykott wegen Verdacht der Wahlfälschung auf, allen voran der selbsternannte Interimspräsident Juan Guaidó.<ref>[https://www.tagesschau.de/ausland/venezuela-wahl-maduro-101.html Parlamentswahl in Venezuela: Staatschef Maduro setzt sich durch | tagesschau.de, 07.12.2020]</ref> Zum 15. Januar 2024 wurde die Patria-Plattform und damit die Kryptowährung Petro eingestellt.<ref>[https://www.heise.de/news/Petro-Venezuela-schafft-die-Kryptowaehrung-ab-9605262.html "Petro": Venezuela schafft die Kryptowährung ab | heise online, 22.01.2024]</ref>
Im Februar 2018 begann Venezuela mit dem Vorverkauf für Anrechts-Tokens auf die eigene Kryptowährung Petro. Petro war die erste von einem Staat erzeugte Kryptowährung.<ref>[https://www.heise.de/newsticker/meldung/Petro-Venezuela-beginnt-mit-Vorverkauf-seiner-Kryptowaehrung-3974331.html Petro: Venezuela beginnt mit Vorverkauf seiner Kryptowährung | heise online, 20.02.2018]</ref> Bei den Präsidentschaftswahlen im Mai 2018 wurde Nicolás Maduro bei geringer Wahlbeteiligung wiedergewählt. Die Wahlbeteiligung gab die von der Regierung kontrollierte Kommission mit 46,1 Prozent an, die Opposition sprach von weniger als 30 Prozent. Der einzige Konkurrent Henri Falcón erkannte die Wahl wegen Unregelmäßigkeiten nicht an. Das wichtigste Oppositionsbündnis MUD boykottierte die Abstimmung. Im Vorfeld der Wahl hatten mehrere [[lateinamerika]]nische Länder, die [[Vereinigte Staaten|Vereinigten Staaten]] und die [[Europäische Union]] angekündigt, die Wahl nicht anzuerkennen. Venezuela steckt in der schwersten Krise seiner Geschichte. Aufgrund der humanitären Krise trotz extrem großer Ölvorkommen haben bereits Millionen Venezolaner das Land verlassen.<ref>[https://www.spiegel.de/politik/ausland/venezuela-nicolas-maduro-zum-wahlsieger-erklaert-opposition-protestiert-a-1208766.html Venezuela: Nicolas Maduro lässt sich zum Sieger erklären - Opposition protestiert - SPIEGEL ONLINE, 21.05.2018]</ref> Mitte Januar 2019 erklärte die Nationalversammlung Venezuelas die Wiederwahl Maduros für unrechtmäßig und alle künftigen Regierungsentscheidungen für nichtig.<ref>[https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/venezuela-parlament-erklaert-maduros-wahl-fuer-nichtig-15991054.html FAZ.NET | Venezuela: Parlament erklärt Maduros Wahl für nichtig, 16.01.2019]</ref> Eine Woche später erklärte sich Juan Guaidó (* 1983), der Präsident der Nationalversammlung, wie in der Verfassung für diesen Fall vorgesehen, sich zum Interimspräsidenten. Er wurde am 23. Januar von [[Ecuador]] unter seinem Präsidenten Lenín Moreno (* 1953) und am 24. Januar von US-Präsident [[Donald Trump]] anerkannt, gefolgt von Venezuelas Nachbarländern Kolumbien, Brasilien und weiteren Staaten der OAS. Am 6. Dezember 2020 fanden die Parlamentswahlen 2020 in Venezuela statt. Sie wurde von der Partei von Präsident Maduro gewonnen, dabei erlangte Staatschef Maduro die Kontrolle über das Parlament zurück. Die Wahlbeteiligung lag bei nur 31 Prozent. Ein großer Teil der Oppositionsparteien rief zum Wahlboykott wegen Verdacht der Wahlfälschung auf, allen voran der selbsternannte Interimspräsident Juan Guaidó.<ref>[https://www.tagesschau.de/ausland/venezuela-wahl-maduro-101.html Parlamentswahl in Venezuela: Staatschef Maduro setzt sich durch | tagesschau.de, 07.12.2020]</ref> Zum 15. Januar 2024 wurde die Patria-Plattform und damit die Kryptowährung Petro eingestellt.<ref>[https://www.heise.de/news/Petro-Venezuela-schafft-die-Kryptowaehrung-ab-9605262.html "Petro": Venezuela schafft die Kryptowährung ab | heise online, 22.01.2024]</ref>


Die Präsidentschaftswahl am 28. Juli 2024 gewann laut der von der Regierung kontrollierten Wahlbehörde Präsident Maduro mit rund 51 Prozent der Stimmen. Der bürgerliche Oppositionskandidat Edmundo González Urrutia habe laut Wahlratspräsident Elvis Amoroso rund 44 Prozent der Stimmen erhalten. Amoroso ist ein Anhänger Maduros. Oppositionsführerin María Corina Machado durfte erst gar nicht zur Wahl antreten und mehr als 120 Oppositionspolitiker wurden in den Monaten vor der Wahl festgenommen. Das Wahlergebnis wurde laut Amoroso aufgrund eines „terroristischen Hackerangriffs“ ungewöhnlich spät verkündet. Bei der Auszählung kam es laut Opposition zu zahlreichen Unregelmäßigkeiten. Demnach sei Oppositionsvertretern gesetzeswidrig der Zugang zum Computerraum des Wahlrats verwehrt worden. Dort laufen die elektronischen Wahlergebnisse aus dem ganzen Land ein. Außerdem seien in hunderten Wahllokalen Oppositionelle vor die Tür gesetzt worden, oder ihnen seien die schriftlichen Kopien der Wahlakten nicht ausgehändigt worden. Das erschwert den Nachweis eines Wahlbetrugs. Oppositionsführerin Machado erklärte Edmundo González zum Sieger. Die Regierungen von [[Peru]], [[Costa Rica]] und [[Chile]] sprachen von unglaubwürdigen Resultaten oder Wahlbetrug. US-Außenminister Antony Blinken forderte eine unabhängige Wahlprüfung. Es kam zu Protesten der Bevölkerung.<ref>[https://www.derstandard.at/story/3000000230235/venezuelas-maduro-laut-wahlbehoerde-sieger-der-praesidentschaftswahl Venezuelas Präsident Maduro laut Behörde Wahlsieger, Opposition widerspricht Ergebnissen - Venezuela - derStandard.at › International, 29. Juli 2024]</ref> Am 2. September 2024 erließ das Sondergericht für Terrorismusbekämpfung in Caracas auf Antrag der regierungstreuen Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl gegen Edmundo González, unter anderem wegen der Anschuldigungen „Amtsanmaßung, Aufruf zur Missachtung von Gesetzen, Verschwörung und Sabotage“.<ref>[https://www.derstandard.at/consent/tcf/story/3000000234910/haftbefehl-gegen-oppositionskandidat-in-venezuela-erlassen Haftbefehl gegen Oppositionskandidat in Venezuela erlassen - Venezuela - derStandard.at › International, 3. September 2024]</ref><ref>[https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/venezuela-opposition-haftbefehl-100.html Haftbefehl gegen venezolanischen Oppositionsführer | tagesschau.de, 03.09.2024]</ref>
Die Präsidentschaftswahl am 28. Juli 2024 gewann laut der von der Regierung kontrollierten Wahlbehörde Präsident Maduro mit rund 51 Prozent der Stimmen. Der bürgerliche Oppositionskandidat Edmundo González Urrutia habe laut Wahlratspräsident Elvis Amoroso rund 44 Prozent der Stimmen erhalten. Amoroso ist ein Anhänger Maduros. Oppositionsführerin María Corina Machado durfte erst gar nicht zur Wahl antreten und mehr als 120 Oppositionspolitiker wurden in den Monaten vor der Wahl festgenommen. Das Wahlergebnis wurde laut Amoroso aufgrund eines „terroristischen Hackerangriffs“ ungewöhnlich spät verkündet. Bei der Auszählung kam es laut Opposition zu zahlreichen Unregelmäßigkeiten. Demnach sei Oppositionsvertretern gesetzeswidrig der Zugang zum Computerraum des Wahlrats verwehrt worden. Dort laufen die elektronischen Wahlergebnisse aus dem ganzen Land ein. Außerdem seien in hunderten Wahllokalen Oppositionelle vor die Tür gesetzt worden, oder ihnen seien die schriftlichen Kopien der Wahlakten nicht ausgehändigt worden. Das erschwert den Nachweis eines Wahlbetrugs. Oppositionsführerin Machado erklärte Edmundo González zum Sieger. Die Regierungen von [[Peru]], [[Costa Rica]] und [[Chile]] sprachen von unglaubwürdigen Resultaten oder Wahlbetrug. US-Außenminister Antony Blinken forderte eine unabhängige Wahlprüfung. Es kam zu Protesten der Bevölkerung.<ref>[https://www.derstandard.at/story/3000000230235/venezuelas-maduro-laut-wahlbehoerde-sieger-der-praesidentschaftswahl Venezuelas Präsident Maduro laut Behörde Wahlsieger, Opposition widerspricht Ergebnissen - Venezuela - derStandard.at › International, 29. Juli 2024]</ref> Am 2. September 2024 erließ das Sondergericht für Terrorismusbekämpfung in Caracas auf Antrag der regierungstreuen Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl gegen Edmundo González, unter anderem wegen der Anschuldigungen „Amtsanmaßung, Aufruf zur Missachtung von Gesetzen, Verschwörung und Sabotage“.<ref>[https://www.derstandard.at/consent/tcf/story/3000000234910/haftbefehl-gegen-oppositionskandidat-in-venezuela-erlassen Haftbefehl gegen Oppositionskandidat in Venezuela erlassen - Venezuela - derStandard.at › International, 3. September 2024]</ref><ref>[https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/venezuela-opposition-haftbefehl-100.html Haftbefehl gegen venezolanischen Oppositionsführer | tagesschau.de, 03.09.2024]</ref> González beantragte Asyl in Spanien und flog mit der spanischen Luftwaffe von Caracas nach Spanien. Die Regierung unter Maduro gewährte ihm freies Geleit.<ref>[https://die-nachrichten.at/politik/edmundo-gonzalez-verlaesst-venezuela-auswirkungen-auf-die-opposition/ Edmundo González verlässt Venezuela: Auswirkungen auf die Opposition? – Die Nachrichten Österreich, 08. September 2024]</ref>


== Verwaltungsgliederung ==
== Verwaltungsgliederung ==

Aktuelle Version vom 8. September 2024, 14:59 Uhr

Bolivarische Republik Venezuela
República Bolivariana de Venezuela
Amtssprache(n) Spanisch
Hauptstadt Caracas
Staats- und
Regierungsform
föderale präsidentielle Republik
Währung 1 Bolívar (VEF) = 100 Céntimos
Unabhängigkeit 5. Juli 1811 (von Spanien)
1821 anerkannt
Nationalhymne Gloria al bravo pueblo
(„Ruhm dem tapferen Volke“)
Nationalfeiertag 5. Juli (Freiheitserklärung)
Zeitzone UTC−4
Kfz-Kennzeichen YV
ISO 3166 VE, VEN, 862
Top-Level-Domain .ve
Telefonvorwahl +58

Venezuela (amtlich Bolivarische Republik Venezuela, spanisch República Bolivariana de Venezuela [reˈpuβlikɑ βoliβɑˈɾjɑnɑ ðe βeneˈswelɑ]) ist ein Staat in Südamerika. Er liegt an der Karibikküste und grenzt im Süden an Brasilien, im Westen an Kolumbien und im Osten an Guyana. Die Hauptstadt Venezuelas ist Caracas.

Geschichte

Im Jahr 1811 erlangte Venezuela durch Unabhängigkeitskriege angeführt von Simón Bolívar (1783–1830) sein Unabhängigkeit von der Kolonialmacht Spanien. Venezuela wurde so Teil der von Bolívar schon 1819 neu geschaffenen Republik Großkolumbien (República de Colombia). Im Jahr 1830 verstarb Simón Bolívar und Venezuela erklärte wenige Tage später seine Selbständigkeit. Im Jahr 1864 wurde Venezuela in eine Bundesrepublik umgewandelt. Von 1908 bis zu seinem Tod 1935 regierte Juan Vicente Gómez (1857–1935) als Diktator das Land. Nach seinem Tod folgte eine teilweise Liberalisierung des Landes, unter anderem durch die Präsidenten Eleazar López Contreras (1883–1973) und Isaías Medina Angarita (1897–1953) fortgeführt. Im Juni 1941 die sozialdemokratische Partei Acción Democrática (AD) und im Oktober 1945 die Partido Comunista de Venezuela (PCV) legalisiert und im April eine Verfassungsreform durchgesetzt. Am 18. Oktober 1945 kam es zum Putsch gegen die Regierung Medina Angaritas. Noch im selben Jahr war Venezuela Gründungsmitglied der Vereinten Nationen. Am 14. Dezember 1947 wurde mit Rómulo Gallegos (1884–1969) zum ersten Mal ein Präsident direkt vom Volk gewählt. Er blieb jedoch nur bis November 1948 im Amt und wurde von einer Militärjunta des Amtes enthoben. Ebenfalls 1948 wurde Venezuela Mitglied der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS).

Ab 1948 wurde Venezuela von einer Militärjunta geführt, von 1952 an unter Diktator Marcos Pérez Jiménez (1914–2001). Mit seinem Sturz 1958 wurde Venezuela eine Demokratie. Seit der Bolivarischen Revolution 1999 herrscht in Venezuela ein sozialistisch ausgerichtetes Präsidialsystem. 2013 wurde Nicolás Maduro (* 1962) der Staatspräsident Venezuelas.[1] Maduros Regierungszeit ist zunehmend von politischen Protesten und internationaler Isolation geprägt. Maduro verhinderte 2016 ein Abberufungsreferendum mit vielen Tricks. Im April 2017 trat Venezuela aus der OAS aus und kam so einem Ausschlussverfahren zuvor. Der Austrittprozess dauerte 24 Monate.[2] Mitte 2017 berief Maduro eine verfassunggebende Versammlung ein. Eine verfassunggebene Versammlung steht über allen anderen staatlichen Institutionen und kann Beschlüsse des von der Opposition dominierten Parlamentes annullieren.[3] Die verfassungsgebenden Versammlung entließ 2017 die Generalstaatsanwältin Luisa Ortega (* 1958), wozu sonst nur das Parlament befugt war.[4]

Im Februar 2018 begann Venezuela mit dem Vorverkauf für Anrechts-Tokens auf die eigene Kryptowährung Petro. Petro war die erste von einem Staat erzeugte Kryptowährung.[5] Bei den Präsidentschaftswahlen im Mai 2018 wurde Nicolás Maduro bei geringer Wahlbeteiligung wiedergewählt. Die Wahlbeteiligung gab die von der Regierung kontrollierte Kommission mit 46,1 Prozent an, die Opposition sprach von weniger als 30 Prozent. Der einzige Konkurrent Henri Falcón erkannte die Wahl wegen Unregelmäßigkeiten nicht an. Das wichtigste Oppositionsbündnis MUD boykottierte die Abstimmung. Im Vorfeld der Wahl hatten mehrere lateinamerikanische Länder, die Vereinigten Staaten und die Europäische Union angekündigt, die Wahl nicht anzuerkennen. Venezuela steckt in der schwersten Krise seiner Geschichte. Aufgrund der humanitären Krise trotz extrem großer Ölvorkommen haben bereits Millionen Venezolaner das Land verlassen.[6] Mitte Januar 2019 erklärte die Nationalversammlung Venezuelas die Wiederwahl Maduros für unrechtmäßig und alle künftigen Regierungsentscheidungen für nichtig.[7] Eine Woche später erklärte sich Juan Guaidó (* 1983), der Präsident der Nationalversammlung, wie in der Verfassung für diesen Fall vorgesehen, sich zum Interimspräsidenten. Er wurde am 23. Januar von Ecuador unter seinem Präsidenten Lenín Moreno (* 1953) und am 24. Januar von US-Präsident Donald Trump anerkannt, gefolgt von Venezuelas Nachbarländern Kolumbien, Brasilien und weiteren Staaten der OAS. Am 6. Dezember 2020 fanden die Parlamentswahlen 2020 in Venezuela statt. Sie wurde von der Partei von Präsident Maduro gewonnen, dabei erlangte Staatschef Maduro die Kontrolle über das Parlament zurück. Die Wahlbeteiligung lag bei nur 31 Prozent. Ein großer Teil der Oppositionsparteien rief zum Wahlboykott wegen Verdacht der Wahlfälschung auf, allen voran der selbsternannte Interimspräsident Juan Guaidó.[8] Zum 15. Januar 2024 wurde die Patria-Plattform und damit die Kryptowährung Petro eingestellt.[9]

Die Präsidentschaftswahl am 28. Juli 2024 gewann laut der von der Regierung kontrollierten Wahlbehörde Präsident Maduro mit rund 51 Prozent der Stimmen. Der bürgerliche Oppositionskandidat Edmundo González Urrutia habe laut Wahlratspräsident Elvis Amoroso rund 44 Prozent der Stimmen erhalten. Amoroso ist ein Anhänger Maduros. Oppositionsführerin María Corina Machado durfte erst gar nicht zur Wahl antreten und mehr als 120 Oppositionspolitiker wurden in den Monaten vor der Wahl festgenommen. Das Wahlergebnis wurde laut Amoroso aufgrund eines „terroristischen Hackerangriffs“ ungewöhnlich spät verkündet. Bei der Auszählung kam es laut Opposition zu zahlreichen Unregelmäßigkeiten. Demnach sei Oppositionsvertretern gesetzeswidrig der Zugang zum Computerraum des Wahlrats verwehrt worden. Dort laufen die elektronischen Wahlergebnisse aus dem ganzen Land ein. Außerdem seien in hunderten Wahllokalen Oppositionelle vor die Tür gesetzt worden, oder ihnen seien die schriftlichen Kopien der Wahlakten nicht ausgehändigt worden. Das erschwert den Nachweis eines Wahlbetrugs. Oppositionsführerin Machado erklärte Edmundo González zum Sieger. Die Regierungen von Peru, Costa Rica und Chile sprachen von unglaubwürdigen Resultaten oder Wahlbetrug. US-Außenminister Antony Blinken forderte eine unabhängige Wahlprüfung. Es kam zu Protesten der Bevölkerung.[10] Am 2. September 2024 erließ das Sondergericht für Terrorismusbekämpfung in Caracas auf Antrag der regierungstreuen Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl gegen Edmundo González, unter anderem wegen der Anschuldigungen „Amtsanmaßung, Aufruf zur Missachtung von Gesetzen, Verschwörung und Sabotage“.[11][12] González beantragte Asyl in Spanien und flog mit der spanischen Luftwaffe von Caracas nach Spanien. Die Regierung unter Maduro gewährte ihm freies Geleit.[13]

Verwaltungsgliederung

Venezuela ist in 23 Bundesstaaten (estados) sowie dem Hauptstadtdistrikt Distrito Capital unterteilt. Darüberhinaus gibt es noch die Dependencias Federales, welche aus einer Reihe von Venezuela abhängiger Inseln bestehen.

Bundesstaaten Venezuelas
Bundesstaat Hauptstadt Region Lage
Amazonas Puerto Ayacucho Guayana
Anzoátegui Barcelona Nor-Oriental
Apure San Fernando de Apure de los Llanos
Aragua Maracay Central
Barinas Barinas de los Andes
Bolívar Ciudad Bolívar Guayana
Carabobo Valencia Central
Cojedes San Carlos Central
Delta Amacuro Tucupita Guayana
Dependencias Federales Los Roques Insular
Distrito Capital Caracas Capital
Falcón Coro Centro-Occidental
Guárico San Juan de los Morros de los Llanos
Lara Barquisimeto Centro-Occidental
Mérida Mérida de los Andes
Miranda Los Teques Capital
Monagas Maturín Nor-Oriental
Nueva Esparta La Asunción Insular
Portuguesa Guanare Centro-Occidental
Sucre Cumaná Nor-Oriental
Táchira San Cristóbal de los Andes
Trujillo Trujillo de los Andes
Vargas La Guaira Capital
Yaracuy San Felipe Centro-Occidental
Zulia Maracaibo Zuliana

Literatur

  • 2007: Kleine Geschichte Venezuelas, Michael Zeuske, 208 Seiten, C.H.Beck, ISBN 978-3406547720
  • 2008: Von Bolívar zu Chávez: Die Geschichte Venezuelas, Michael Zeuske, 620 Seiten, Rotpunktverlag, Zürich, ISBN 978-3858693136
  • 2011: Venezuela heute: Politik - Wirtschaft - Kultur, Herausgeber Andreas Boeckh, Friedrich Welsch, Nikolaus Werz, 760 Seiten, Vervuert, K, ISBN 978-3865274892

Weblinks

Quellen