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Chile

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Der Begriff Chile ist mehrdeutig. Dieser Artikel beschreibt die übliche Verwendung. Für weitere Verwendungen siehe Chile (Begriffsklärung).

República de Chile
Republik Chile
Flag of Chile.svg
Coat of arms of Chile.svg
Flagge Wappen
Wahlspruch: Por la Razón o la Fuerza
(„Durch Überzeugung oder mit Gewalt“)
Amtssprache Spanisch
Hauptstadt Santiago de Chile
Staatsform Republik
Regierungssystem Präsidentielle Demokratie
Staatsoberhaupt, zugleich Regierungschef Präsident Sebastián Piñera
Währung Chilenischer Peso (CLP)
Unabhängigkeit 12. Februar 1818
(von Spanien anerkannt)
Nationalhymne Puro, Chile
Nationalfeiertag 18. September 1810 (Beginn des Unabhängigkeitsprozesses)
Zeitzone UTC−4 Chile kontinental
UTC−3 Magallanes und Antarktis
UTC−6 Osterinsel und Sala y Gómez
Kfz-Kennzeichen RCH
ISO 3166 CL, CHL, 152
Top-Level-Domain .cl
Telefonvorwahl +56
Chile on the globe (Antarctica claims hatched) (Chile centered).svg

Chile‏‎ Loudspeaker.svg Chile ([ˈt͜ʃiˑle], deutsch auch [ˈçiːle], [ˈkiːle]), amtlich República de Chile (deutsch Republik Chile) ist ein Staat im Südwesten Südamerikas. Die Hauptstadt Chiles ist Santiago de Chile. Sebastián Piñera ist der Präsidenten Chiles.

Geografie

Das auf dem südamerikanischen Kontinent südwestlich liegende Chile erstreckt sich über rund 4275 Kilometer in Nord-Süd-Richtung entlang der Anden und des Pazifischen Ozeans. Rechnet man den antarktischen Teil hinzu, sind es rund 8000 Kilometer. Die engste Stelle im kontinentalen Chile beträgt rund 90 Kilometer, die breiteste Stelle etwa 440 Kilometer. Im Norden grenzt Chile an Peru, im Nordosten an Bolivien und im Osten an Argentinien.

Geschichte

Von 1609 bis 1818 bestand das Generalkapitanat Chile als Teil des spanischen Vizekönigreiches Peru. Die Hauptstadt war Santiago del Nuevo Extremo. 1808 wurde Joseph Bonaparte (1768–1844) zum König von Spanien ernannt. Dadurch entstand in Chile der Drang nach Unabhängigkeit. 1810 wurde eine Junta ins Leben gerufen, welche die Treue Chiles zum abgesetzten König Ferdinand VII. (1784–1833) erklärte. Wenig später erklärte Chile seine Loslösung von Spanien und der Monarchie. Nach dem Ende des Spanischen Unabhängigkeitskrieges (1807 bis 1814) übernahm Spanien wieder die Macht in Chile. 1817 wurde Spanien in der Schlacht von Chacabuco durch ein chilenisch-argentinisches Heer geschlagen. 1818 brach die spanische Kolonialherrschaft nach der Schlacht von Maipú endgültig zusammen. Bernardo O’Higgins (1778–1842) regierte von 1817 bis 1823 als der erste Director Supremo von Chile. Sein Nachfolger Ramón Freire y Serrano (1787–1851) war von 1823 bis 1826 Director Supremo und 1827 der Präsident Chiles. Von 1836 bis 1839 ging der Peruanisch-Bolivianische Konföderationskrieg, in den Chile eingriff und letztendlich gewann. Im Spanisch-Südamerikanischem Krieg (1864 bis 1866) erklärte Chile am 17. September 1865 Spanien den Krieg. Der Konflikt mit Spanien konnte erst in Verträgen von 1871 und 1883 endgültig gelöst werden.

Von 1879 bis 1884 kämpfte Chile im Salpeterkrieg (auch Pazifischer Krieg) gegen Peru und Bolivien. Chile gewann den Krieg und Bolivien verlor den Zugang zum Meer.[1] Am 20. Oktober 1883 wurde der Vertrag von Ancón von Peru und Chile in Peru unterzeichnet. 1891 kam es während der Präsidentschaft von José Manuel Balmaceda (1840–1891) zum Bürgerkrieg. Dabei kamen mehrere Tausend Menschen ums Leben, Balmaceda verlor zwei größere Schlachten und beging am 18. September 1891 Selbstmord. Das präsidentiell geprägte Regierungssystem wurde nach dem Sieg der Kongressanhänger durch ein parlamentarisches System ersetzt. Im Ersten Weltkrieg blieb Chile neutral. 1925 wurde das parlamentarische Regierungssystem wieder durch ein präsidentielles Regierungssystem ersetzt. Im Zweiten Weltkrieg blieb Chile lange Zeit neutral, bis 1944 Präsident Juan Antonio Ríos Morales (1888–1946) beschloss, an der Seite der Alliierten in den Krieg einzutreten. Daraufhin erklärte Chile 1945 den Krieg an Japan. 1945 gehörte Chile zu den Gründungsmitgliedern der Vereinten Nationen. 1948 trat Chile der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) bei. Am 22. Mai 1960 erschütterte mit einer Stärke von 9,5 auf der Richterskal das bisher stärkste gemessene Erdbeben der Welt mit anschließendem Tsunami die Küsten Chiles. Am 11. September 1973 kam es zu einem blutigen Militärputsch gegen die Regierung. Präsident Salvador Allende (1908–1973) beging am selben Tag Selbstmord. Die Macht als Präsident einer Junta übernahm General Augusto Pinochet (1915–2006).[2] Pinochet regierte Chile bis 1990 diktatorisch. Nach der freien Wahl 1989 wurde 1990 Patricio Aylwin (1918–2016) der demokratisch gewählte Präsident Chiles. Ihm folgte von 1994 bis 2000 Eduardo Frei Ruiz-Tagle (* 1942). Von 2010 bis 2014 war und seit 2017 ist Sebastián Piñera (* 1949) der Präsidenten Chiles.

Literatur

  • 1996: A Short History of Chile, Editorial Universitaria, Sergio Villalobos R., 204 Seiten, ISBN 978-9561112490
  • 2004: Chile heute: Politik, Wirtschaft, Kultur, Herausgeber Peter Imbusch, Dirk Messner, Detlef Nolte, 960 Seiten, Vervuert Verlagsgesellschaft, ISBN 978-3893545902
  • 2007: Kleine Geschichte Chiles, Stefan Rinke, 203 Seiten, C.H.Beck, ISBN 978-3406548048

Weblinks

Quellen