Dresden

Aus InkluPedia
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Begriff Dresden ist mehrdeutig. Dieser Artikel beschreibt die übliche Verwendung. Für weitere Verwendungen siehe Dresden (Begriffsklärung).

Dresden ist nach Leipzig mit etwa 550.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt in Sachsen und die Landeshauptstadt des Bundeslandes. Die Kommune mit den zwölftmeisten Einwohnern in Deutschland ist Sitz der sächsischen Staatsregierung und des Landtags sowie vieler Landesbehörden. Der Ballungsraum um das Stadtgebiet ist größer - er zählt etwa 770.000 Einwohner. In einem Ranking der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft kam der Raum Dresden im Jahr 2007 nach Wirtschaftskraft auf den achten Platz in Deutschland.[1] In und um Dresden sind zahlreiche Unternehmen der Informationstechnik und Nanotechnologie ansässig. Die Stadt liegt an der Elbe.

Geschichte

Dresden wurde 1206 erstmals urkundlich erwähnt, bereits als Stadt. Damals gab es bereits eine steinerne Brücke über die Elbe. Die Kaufmannssiedlung war nahe der im 12. Jahrhundert errichteten Burg, die den Elbübergang schützte, entstanden. Die ursprüngliche Stadt umfasste das heutige linkselbige Stadtzentrum.

Um 1500 wohnten etwa 6000 Menschen in Dresden, einschließlich des auf der anderen Elbseite gelegenen Altendresden. 1491 zerstörte ein verheerender Brand die Stadt. Zwischen 1500 und 1600 erlangte die Stadt unter den Kurfürsten eine neue Blüte: die Einwohnerzahl verdreifachte sich. Im Dreißigjährigen Krieg beteiligte die Stadt sich abwechselnd auf kaiserlicher und schwedischer Seite an den Kampfhandlungen. In der 1670 gegründeten Friedrichstadt entstanden einige Manufakturen.

Unter Friedrich August I., genannt dem Starken, rückte Dresden zur Hauptstast von europäischem Rang auf. Gemäldegalerie, Grünes Gewölbe und die erste Porzellanmanufaktur, die später nach Meißen umzog, entstanden. Auch die Frauenkirche wurde errichtet. Zwischen 1700 und 1753 verdreifachte sich die Einwohnerzahl erneut auf etwa 55.000. Im August 1756 besetzten jedoch preußische Truppen die Stadt, der Siebenjährige Krieg forderte viele Opfer.

1805 marschierten französische Truppen in Dresden ein. Nach Napoleons Niederlage nahe Leipzig kam Dresden jedoch unter russische Herrschaft. Anfang des 19. Jahrhunderts entstanden die ersten Industriebetriebe. 1839 wurde mit der Strecke Leipzig-Dresden die erste deutsche Fernbahn in Betrieb genommen. Um die Mitte des Jahrhunderts lebten bereits etwa 100.000 Menschen in der Stadt. Am Maiaufstand 1849 waren u. a. Wagner und Semper beteiligt.

Bis zur Jahrhundertwende entstanden weitere Elbbrücken - die Einwohnerzahl vervielfachte sich auf mehr als eine halbe Million. 1918 dankte König Friedrich August der III. im Zuge der Novemberrevolution ab. Der Freistaat Sachsen entstand. 1933 begann jedoch die nationalsozialistische Herrschaft mit der Unterdrückung und Deportation der jüdischen Bewohner der Stadt. Victor Klemperer hielt deren Schicksal in seinen Tagebüchern fest. Am Ende des 1939 begonnenen Zweiten Weltkriegs wurde Dresden dann durch Luftangriffe der Allierten zerstört, vom 13.-15. Februar 1945. 25.000 Menschen starben und viele wichtige Bauten brannten nieder. Am 8. Mai 1945 besetzte die Rote Armee die Stadt.

Der Wiederaufbau dauerte Jahrzehnte: 1964 war der Zwinger rekonstruiert worden, 1985 die Semperoper und von 1994 bis 2005 wurde die Frauenkirche wiederaufgebaut.[2]

Literatur

  • Fritz Löffler: Das alte Dresden. Geschichte seiner Bauten. Seemann, Leipzig 1999, (Erstausgabe 1955, 16. Auflage 2006), ISBN 3-363-00007-3.
  • Alexander McKee: Dresden 1945 – Das deutsche Hiroshima. Paul Zsolnay Verlag, Hamburg/Wien 1983, ISBN 3-552-03529-X.
  • Karlheinz Blaschke, Reiner Groß, Holger Starke (Hrsg.): Geschichte der Stadt Dresden. Band 1: Von den Anfängen bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges, ISBN 978-3-8062-1906-7; Band 2: Vom Ende des Dreißigjährigen Krieges bis zur Reichsgründung. ISBN 978-3-8062-1927-2; Band 3: Von der Reichsgründung bis zur Gegenwart. Theiss, Stuttgart 2005–2006, ISBN 978-3-8062-1928-9.
  • Thorsten Pietschmann: Dresden. Architektur und Kunst (= Cybela Bildhandbuch Architektur und Kunst. Band 2). Cybela Verlag, Oybin-Lückendorf 2013, ISBN 978-3-944470-00-9.

Weblinks

Quellen