Jerusalem

Aus InkluPedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Karte
Wappen von Jerusalem
Flagge von Jerusalem

Jerusalem (hebräisch ירושלים (Jeruschalajim), arabisch ‏القدس‎ (Al Quds)) ist seit 1950 Hauptstadt und heute die größte Stadt von Israel, das Zentrum jüdischen Glaubens und jüdischen geistigen Lebens und liegt in einer wasserarmen Vertiefung des judäischen Berglands, 744 m ü. M., mit 890.428 Einwohnern (Stand 2013)[1].

Jerusalem ist auch die heilige Stadt der Christen und Muslime. Sie wird in der Bibel etwa 800 Mal erwähnt, im Koran dagegen gar nicht. Erst Kalif Al Welid (705-715) erhob Al Quds zur drittheiligsten Stadt des Islam.

Geografie

Jerusalems Altstadt, im Osten vom Ölberg (828 m) und im Nordosten vom Skopus überragt (mit der ersten hebräischen Universität, gegr. 1918), teilt sich seit dem Mittelalter in ein christliches Viertel (Nordwesten, mit Grabeskirche und Via Dolorosa), ein islamisches Viertel (Osten: Tempelberg mit Felsendom/Omarmoschee, 691 n. Chr., Al-Aqsa-Mosche und die rund 400 m lange Klagemauer = Westmauer, Kotel), ein armenisches Viertel (Südwesten, mit Zitadelle und Davidsturm, Reste des Herodespalastes) und ein jüdisches Viertel, das 1948 fast völlig zerstört und seit 1967 wieder aufgebaut wurde. Die Mauern der Altstadt werden von acht Toren durchbrochen: im Westen das Jaffator, im Norden das Neue Tor (1889), das Damaskus- und das Herodestor, im Osten das Löwen- oder Stephanustor und das verschlossene Goldene Tor und im Süden das Mist- und das Zionstor.

Außer den bereits genannten heiligen Stätten befinden sich in der Altstadt und ihrer näheren Umgebung: Annenkirche, Bethesdateiche, die z. T. legendären Gräber Absaloms, Davids, Marias, der Garten Gethsemane mit der Kirche der Nationen, der russischen Maria-Magdalena-Kirche und der Kirche Dominus Flevit, der Zionsberg mit der Dormitionsabtei und Bethanien, ferner zahlreiche andere Kirchen und Synagogen.

Westlich der Altstadt erstreckt sich die Neustadt mit der Residenz des Präsidenten, der Knesset (Parlament; 1966), den meisten Ministerien u. a. politischen und religiösen Institutionen (u. a. Oberrabbinat), der Jeschurun Synagoge, dem Grab von Theodor Herzl, der neuen Universität, der Gedenkstätte Yad Vashem (für die Opfer des Nationalsozialismus), dem Hadassah-Krankenhaus (Universitätsklinik), dem Israel-Museum (1965) mit dem „Schrein des Buches“ (Rollen von Qumran) u. a. Jerusalem besitzt neben der Universität weitere höhere Bildungseinrichtungen (Akademie der Wissenschaften, Kunst- und Musikhochschule), Bibliotheken, Museen (u. a. Rockefeller-Museum in der arabischen Neustadt, Museum für Islamische Kunst, Herzl-Museum, Stadtmuseum), mehrere Theater und einen „Biblischen Zoo“.

Wirtschaft und Infrastruktur

Als Industriestandort hat Jerusalem geringere Bedeutung. Es gibt eine vielseitige Verbrauchsgüterindustrie (Herstellung von Elektrogeräten, Textilien, Schuhen, Medikamenten u. a.), ferner Diamantenschleifereien, Druckereien und Verlage. Sehr umfangreich ist der Tourismus (auch Wallfahrten) mit einer wachsenden Zahl moderner Hotels. Der Flughafen im Norden hat nur für den Inlandsverkehr Bedeutung. Eisenbahn und Autobahn verbinden Jerusalem mit Tel Aviv, Letztere auch mit dem internationalen Ben-Gurion-Flughafen in Lod.

Geschichte

Das Gebiet der heutigen Stadt ist seit der frühen Bronzezeit (3. Jahrtausend v. Chr.) besiedelt. Die älteste schriftliche Erwähnung stammt aus den ägyptischen Amarna-Texten (14. Jahrhundert v. Chr.). Im 2. Jahrtausend v. Chr. war Jerusalem Stadtstaat der Jebusiter unter ägyptischem Einfluss. Nach der Eroberung durch König David um 1000 v. Chr. wurde Jerusalem zum politischen und kultischen Mittelpunkt seines Reichs. König Salomo baute den Tempel, der bei der Niederschlagung eines jüdischen Aufstands in der schon 597 v. Chr. durch Nebukadnezar eroberten Stadt 587 v. Chr. zerstört wurde. Nach der Rückkehr der Juden aus der babylonischen Gefangenschaft wurde der 2. Tempel (520-516 v. Chr.) gebaut; Jerusalem wurde der geistige Mittelpunkt der Judenschaft innerhalb und außerhalb Palästinas. Im letzten Jahrhundert v. Chr. erlebte Jerusalem eine Glanzzeit als hellenistische Stadt unter Herodes dem Großen. Jüdische Aufstände führten 70 n. Chr. zur Zerstörung Jerusalems durch den römischen Kaiser Titus.

Unter Konstantin dem Großen wurde Jerusalem für 300 Jahre eine christliche Stadt (Grabeskirche). 638 wurde es von den islamischen Arabern erobert (um 700 Felsendom), denen es die Kreuzfahrer 1099 entrissen (Königreich Jerusalem), doch wurde es 1187 durch Saladin wieder islamisch, 1517 osmanisch; Sultan Süleiman der Prächtige ließ die Stadtmauern errichten, die erhalten sind. Mitte des 19. Jahrhunderts hatte Jerusalem bereits eine jüdische Bevölkerungsmehrheit, die die ersten Wohnviertel außerhalb der Mauern anlegte. 1920-1948 war Jerusalem Sitz der britischen Mandatsregierung. Im israelischen Unabhängigkeitskrieg 1948/49 war Jerusalem hart umkämpft. Die Altstadt wurde von der Arabischen Legion erobert, ihre jüdischen Bewohner vertrieben. 1950 annektierte Jordanien Ostjerusalem mit der Altstadt. Der westliche Teil blieb israelisch und wurde 1950 zur Hauptstadt Israels erklärt. Im Sechstagekrieg 1967 besetzte Israel Ostjerusalem, vereinigte es mit Westjerusalem und gliederte es dem Staat Israel ein, was durch das Jerusalem-Gesetz 1980 zementiert wurde. Demnach ist Jerusalem die „ewige und unteilbare Hauptstadt Israels“. Der politische Streit um Jerusalem nimmt einen wichtigen Platz im Nahostkonflikt ein.

Jerusalem ist seit frühchristlicher Zeit Sitz eines katholischen Bischofs, seit dem 5. Jahrhundert Patriarchat, seit dem 14. Jahrhundert armenisches und seit dem 19. Jahrhundert auch griechisch-katholisches Patriarchat.

Im Jahr 2009 lebten bei insgesamt 729.100 Einwohnern ca. 248.000 Nichtjuden in Jerusalem.

Weblinks

Quellen


Diese Seite basiert ursprünglich auf der Seite http://de.pluspedia.org/wiki/Jerusalem aus der freien Enzyklopädie PlusPedia und steht unter der Doppellizenz Creative Commons CC BY-NC-SA 3.0 Unported und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der PlusPedia ist eine Liste der ursprünglichen PlusPedia-Autoren verfügbar.