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Eric Schneider (Schauspieler)

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Eric Schneider (links) und Beau Schneider, 2013

Eric Schneider (* 30. August 1934 in Batavia, Niederländisch-Indien) ist ein niederländischer Theater- und Filmschauspieler.

Leben

Eric Schneider wurde am 30. August 1934 in Batavia (heute Jakarta in Indonesien) im damaligen Niederländisch-Indien geboren. Sein Vater studierte in den Niederlanden und kam 1931 mit seiner Frau nach Indien, wo er als Deutschlehrer arbeiten konnte. Eric Schneiders zwei Jahre älterer Bruder Carel Jan Schneider (1932–2011) arbeitete unter dem Pseudonym F. Springer als Schriftsteller. Erics fünf Jahre jüngerer Bruder Hans Schneider war der Direktor des Archäologischen Museums in Leiden. Seine Mutter liebte es zu singen und brachte Eric das Stepptanzen mit Dosen unter seinen Füßen bei. Seine größte Liebe ist das Zeichnen. Schon in jungen Jahren spielte er in Theaterstücken, die seine Mutter schrieb und inszenierte. Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Familie Scheider von den japanischen Besatzern verhaftet. Vater Schneider musste für die burmesische Eisenbahn arbeiten, Mutter Scheider kam mit ihren beiden jüngsten Söhnen in ein Frauenlager. Dort setzte sie in den ersten Jahre das Schreiben von Theaterstücken für Kinder fort und sang für die Kinder. Während der gesamten Lagerzeit tanzte und schauspielerte Eric Schneider.[1]

Auch nach der Kapitulation Japans am 15. August 1945 war die Lagerzeit noch nicht vorbei. Weil es in Niederländisch-Indien keine niederländischen oder alliierten Streitkräfte gab, mussten die Japaner im Auftrag der Alliierten den Status quo überwachen und gegen junge indonesische Revolutionäre kämpfen. Nach einigen Monaten wurde die Familie Schneider in Siam bei Bangkok wieder vereint. 1946 kam sie mit dem Schiff nach Rotterdam und Eric zum ersten Mal in die Niederlanden. Die Familie ließ sich kurz in Rotterdam nieder, zog aber bald nach Den Haag, wo der 12-jährige Eric zur Schule ging.[1] Eric hatte aufgrund der Lagerzeit nie richtig lesen und schreiben gelernt. Vor Kriegsbeginn besucht er nur ein Jahr lang eine Grundschule. Er besuchte die Montessori-Schule in Den Haag. Sein Vater war Gymnasialrektor und später Professor für Deutsch an der Vrije Universiteit Amsterdam. Dank seines Nachhilfeunterrichtes kam Eric ziemlich reibungslos durch die Schule. Unter seines Vaters Leitung spielt Eric an einer weiterführenden Schule in dem Stück Iphigenie des griechischen Dichters Euripides (480–406 v. Chr.) Eric wurde ein treuer Besucher des Theaters in Den Haag, wo er Coen Flink (1932–2000) in William Shakespeares Hamlet sah. Es war eine durchdringende Erfahrung für Eric und er wusste, dass er auch Schauspieler sein oder auf dieser Bühne stehen wollte. Mit 16 Jahren wollte er Maler, Sänger oder Schauspieler werden. Nach der Hogereburgerschool (HBS) wollte er direkt zur Zeichenakademie oder Schauspielschule gehen, aber sein Vater wollte, dass Eric erst einen Beruf erlernt. Nach der Schule folgte jedoch zunächst der Militärdienst, wo er 24 Monate in der Marine als Sonderdienstoffizier verbrachte, aber niemals ein Schiff sah. 1956 meldete sich Eric Schneider an der Schauspielschule in Maastricht an. Dort war er mit der späteren Schauspielerin Marja Habraken (1939–1989) befreundet, die eine Klasse niedriger war. Schneider machte die nationale Presse frühzeitig auf sich aufmerksam, besonders die Tageszeitung De Telegraaf. In seinem zweiten Jahr schrieb Schneider seinen ersten Einakter, ein Versdrama mit dem Titel Geen Ararat voor ons. Die Schulaufführung war so erfolgreich, dass beschlossen wurde, dem Stück auch in Maastricht eine "echte" Aufführung zu geben. Die Umsetzung sorgte für Aufsehen. Nach dem Abschlussprojekt an der Schauspielschule bekam Schneider ein Angebot von Rob de Vries der Theatergruppe Theatre aus Arnhem und sagte zu. Schneiders Theaterdebüt in der Aufführung Het Zuiden war der Beginn einer lebenslangen Theaterkarriere.[2]

Eric Schneider stand über fünfzig Jahren als Schauspieler auf der Bühne und vor Filmkameras. Er wirkte in einem Dutzend Spielfilmen und mehreren Fernsehserien mit, schrieb und inszenierte verschiedene Theaterstücke, unterrichtete an Theaterakademien und fertigte Zeichnungen an, die gelegentlich veröffentlicht wurden.[3] Sein Schriftstellerdebüt gab er 2013 mit dem Roman Een tropische herinnering.[4] Der Roman wurde von Waltraud Hüsmert ins Deutsche übersetzt und erschien 2015 unter dem Titel Zurück nach Java : Eine tropische Erinnerung.

1967 wurde Eric Schneider mit dem niederländischen Filmpreis Louis d'Or in der Kategorie Bester Schauspieler ausgezeichnet. Er war mit der niederländischen Schauspielerin Will van Kralingen (1951–2012) verheiratet.[5] Sein Sohn Beau Benjamin Schneider (* 12. Juli 1988 in Den Haag) ist ebenfalls Schauspieler. Sie traten 2013 gemeinsam im Levenslang theater auf.[4]

Filmografie

  • 1962: Lijmen (Regie Fred Engelen)
  • 1963: Het grote begin (Regie Peter Holland)
  • 1963: Zingend in de wildernis (Regie Frans Boerlage)
  • 1966: 10:32 in the Morning (Regie Arthur Dreifuss/Arthur Dreyfuss)
  • 1966: ...of moord?
  • 1967: Spionage - Die Arbeit der Geheimdienste: Die Prüfung (Fernsehserie)
  • 1967: Het zuiden
  • 1968: Ritmeester Buat
  • 1969: Drop-out (Regie Wim Verstappen)
  • 1969–1970: De kleine zielen (Fernsehserie, 3 Folgen)
  • 1973: The Family (Regie Lodewijk de Boer)
  • 1975: Flanagan (Regie Adriaan Ditvoorst)
  • 1975: Lifespan - Das Geheimnis des Lebens (Lifespan) (Sandy Whitelaw/Alexander Whitelaw)
  • 1978: Kant aan m'n broek! (Fernsehserie, 6 Folgen)
  • 1979: Mobile Suit Gundam (Kidô senshi Gandamu) (Fernsehserie)
  • 1979: Een pak slaag (Regie Bert Haanstra, Rimko Haanstra)
  • 1979: Video & Julia (Regie Sander Francken)
  • 1982–1983: Armoede (Fernsehserie, 2 Folgen)
  • 1986: Reagan: Let's Finish the Job (Fernsehserie, 2 Folgen)
  • 1989: Tote Zeugen reden nicht (Trouble in Paradise) (Regie Robbe De Hert)
  • 1993: Recht voor z'n Raab - De dood en het meisje (Fernsehserie)
  • 1993: Coverstory - Geritsel in de kampong (Fernsehserie)
  • 2001: Russen - De Ziener (Fernsehserie)
  • 2001: Baantjer - De Cock en de moord met vlagvertoon (Fernsehserie)
  • 2003: Cloaca - Alte Freunde (Cloaca) (Regie Willem van de Sande Bakhuyzen)
  • 2007: Alles is liefde (Regie Joram Lürsen)
  • 2007: Stellenbosch (Fernsehserie, 5 Folgen)
  • 2010: Bernhard, Scoundrel of Orange (Mini-Serie, alle 4 Folgen)
  • 2012: Beatrix, Oranje onder Vuur (Mini-Serie, 3 Folgen)

Werke

  • 2015: Zurück nach Java : Eine tropische Erinnerung, Übersetzung aus dem Niederländischen von Waltraud Hüsmert, Insel Verlag, ISBN 978-3-458-17651-0

Weblinks

Quellen