Dortmund

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Friedensplatz und altes Rathaus 2011.
Südtribüne des Signal Iduna Parks, bis 2005 Westfalenstadion, 2008.

Dortmund ist eine Stadt in Nordrhein-Westfalen mit etwa 575.000 Einwohnern (Stand: 2013), die größte in der Metropolregion Rhein-Ruhr. Sie liegt in der Region Westfalen und ist deren bedeutendstes Wirtschaftszentrum. Dortmund wurde wahrscheinlich bereits durch die Karolinger gegründet und war im Mittelalter eine wichtige Reichs- und Handelsstadt. Die Stadt war früher für Kohleförderung, Stahlerzeugung sowie die Bierbrauereien bekannt. Heute dominieren u. a. Versicherungen, Technologie und Einzelhandel. Der Fußballverein Borussia Dortmund spielt hier im Stadion Signal Iduna Park. Der Westenhellweg gilt mit stündlich knapp 13.000 Besuchern als meistbesuchte Einkaufsstraße Deutschlands.[1]

Geschichte

Obwohl es bereits in vor- und frühgeschichtlicher Zeit eine erste Besiedlung des Gebiets gab, wurde Dortmund erstmals 884 als "Throtmanni" ("Siedlung am gurgelnden Gewässer") erwähnt. Im 10. Jahrhundert wurde bereits eine Königspfalz hier gebaut, Hoftage wurden abgehalten, ein Königsmarkt fand statt. In der Stauferzeit im 12. und 13. Jahrhundert wurde Dortmund vom Ort zur Stadt. Um 1200 hatte sie den Umfang des heutigen Wallrings. Im 14. Jahrhundert war die Stadt mit rund 7.000 Einwohnern eine der größeren Mittelstädte mit überregionaler Ausstrahlung und zugleich eine der wichtigsten Hansestädte. Im Jahr 1350 fiel allerdings 40 Prozent der Stadtbevölkerung der Pest zum Opfer. Im 14. und 15. Jahrhundert war Dortmund allerdings auch eine Stadt der Maler, Steinmetze und Goldschmiede. Die Kirchen St. Reinoldi und St. Marien zeugen davon.[2]

Im 16. und 17. Jahrhundert wurde die Stadt von Reformation und Gegenreformation erschüttert. Im Dreißigjährigen Krieg war Dortmund ununterbrochen von wechselnden Parteien besetzt und musste die Besatzungstruppen unterhalten. Im 18. und 19. Jahrhundert setzte ein Wandel von der Agrar- zur Industriestadt ein. 1813 endete die französische Besatzung, preußische Truppen kamen in die Stadt. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Stadt zum Zentrum der industriellen Entwicklung Westfalens und des Ruhrgebietes. Auch die Bevölkerung wuchs rasant an. Nach 6.000 Einwohnern 1832 hatte Dortmund 1856 bereits 17.500 Einwohner.[2]

Bis zum Ersten Weltkrieg wurde Dortmund zu einem der wichtigsten Standorte der Industrie des damaligen Deutschen Reichs. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Stadtkern zu 95 Prozent zerstört. Doch bereits 1951 war Dortmund wieder zur größten Industriestadt Nordrhein-Westfalens geworden. 1955 wurde mehr Bier als vor dem Krieg produziert. 1965 hatte Dortmund mit 658.000 Einwohnern die bisher höchste Bevölkerungszahl erreicht. Jedoch folgte der Strukturwandel: 1985 und 1987 wurden die letzten Zechen geschlossen. Die Stadt konzentrierte sich etwa auf die Umgestaltung der ehemaligen Industriegelände und die Förderung innovativer Unternehmensgründungen.[2]

Literatur

  • Horst Appuhn, Hermann Busen (Hrsg.): Dortmund. Deutscher Kunstverlag, München 1970 (Westfälische Kunst).
  • Gustav Luntowski, Thomas Schilp, Norbert Reimann, Günther Högl, Stadtarchiv Dortmund (Hrsg.): Geschichte der Stadt Dortmund. Harenberg, Dortmund 1994, ISBN 3-611-00397-2 (Dortmunder Leistungen, Band 2).

Weblinks

Quellen