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Tschad

Aus InkluPedia

Der Tschad [tʃat, tʃaːt] (offiziell Republik Tschad) ist ein Binnenstaat in Afrika. Er liegt in Zentralafrika und grenzt im Norden an Libyen, im Osten an den Sudan, im Süden an die Zentralafrikanische Republik und im Westen an Niger, Nigeria und Kamerun. Der Norden des Tschad ist Teil der Wüste Sahara. Die Hauptstadt und größte Stadt des Tschad ist N’Djamena im Südwesten des Landes am Zusammenfluss der Flüsse Logone und Schari. Bis November 1973 hieß N’Djamena Fort Lamy. Weitere größere Städte sind Moundou, Abéché und Sarh. Am 11. August 1960 erlangte der Tschad seine Unabhängigkeit von Frankreich.

Republik Tschad
جمهورية تشاد (Arabisch)
République du Tchad (Französisch)

Dschumhūriyyat Tschād (Arabisch)
Wahlspruch: «الاتحاد، العمل، التقدم»
«Unité, Travail, Progrès»
„Einigkeit, Arbeit, Fortschritt“
Amtssprache(n) Arabisch, Französisch
Hauptstadt N’Djamena
Staats- und
Regierungsform
Militärdiktatur (de facto)
präsidentielle Republik (de jure)
Fläche 1.284.000 km²
Währung 1 CFA-Franc BEAC (XAF) = 100 Centimes
Unabhängigkeit 11. August 1960
(von Frankreich)
Nationalhymne La Tchadienne
Nationalfeiertag 11. August (Unabhängigkeitstag)
Zeitzone UTC+1
Kfz-Kennzeichen TD
ISO 3166 TD, TCD, 148
Top-Level-Domain .td
Telefonvorwahl +235

Der Tschadsee am Südrand der Sahara im Tschadbecken ist unter den Staaten Tschad, Kamerun, Nigeria und Niger aufgeteilt. Der Wasserspiegel des Tschadsees sinkt seit den 1960er Jahren dramatisch ab. Bis 2017 hatte er bereits mehr als 90 % seiner Größe im Vergleich zu 1963 verloren.[1] Der Emi Koussi Schildvulkan in der Provinz Tibesti des nördlichen Tschad ist mit einer Höhe von 3445 Metern der höchste Berg der Sahara.[2] Das Naturschutzgebiet Ouadi Rimé–Ouadi Achim liegt im Zentrum des Tschad. Das 1969 errichtete Reservat ist mit fast 80.000 km² eines der größten Naturschutzgebiete auf dem afrikanischen Kontinent.[3]

Geschichte

Mit der Kolonialisierung des Wadai von 1909 bis 1912 zerstörte die Dritte Französische Republik das Reich von Wadai und erreichte die Unterwerfung der Stämme im heutigen östlichen Tschad. Der Feldzug war Teil des sogenannten Wettlaufs um Afrika, bei dem zwischen 1880 und dem Ersten Weltkrieg einige europäische Mächte ihre Militärmacht zur Eroberung der letzten noch nicht kolonialisierten Gebiete Afrikas zu nutzen. Das heutige Tschad war von 1910 bis 1958 Teil der französischen Kolonie Französisch-Äquatorialafrika. Am 11. August 1960 erlangte der Tschad seine Unabhängigkeit von Frankreich.

Erster Präsident des unabhängigen Tschad war François Tombalbaye (1918–1975). 1962 wurde der Tschad zu einem Einparteienstaat mit der Parti Progressiste Tchadien (PPT) als Einheitspartei. 1973 wurde die Hauptstadt Fort Lamy nach N’Djamena umbenannt. Präsident Tombalbaye wurde im laufenden Bürgerkrieg bei einem Staatsstreich im Tschad 1975 getötet. General Félix Malloum Tombalbaye (1932–2009) folgte von 1975 bis 1979 als Präsident des Tschad. 1979 war kurzzeitig Lol Mohammed Chawa (1939–2019) Präsident des Tschad. Auf ihn folgten Goukouni Oueddei (* 1944) und Hissène Habré (1942–2021) im Amt des Präsidenten des Tschad.

Idriss Déby (1952–2021) der Volksgruppe der Zaghawa war von 1990 bis 2021 Präsident des Tschad. Offiziell begann der Tschad am 10. Oktober 2003 mit der Ölförderung, die sich schon bald als größte Exporteinnahme noch vor Baumwolle und Gummiarabikum entwickelte.[4] Nach Idriss Débys Tod im Jahre 2021 wurde sein Adoptivsohn Mahamat Idriss Déby Itno (* 1984) zum Präsidenten des militärischen Übergangsrates des Tschad ernannt. Von Januar bis Mai 2024 war Succès Masra (* 1983) der Premierminister des Tschads. Masra gründete 2018 die politische Partei Les Transformateurs. Die Präsidentschaftswahl am 6. Mai 2024 gewann Mahamat Idriss Déby Itno nach Angaben der Wahlkommission mit 61 Prozent der Stimmen. Sein wichtigster Gegenkandidat Succès Masra hat nur 18,5 Prozent der Stimmen erhalten. Oppositionelle kritisierten die Wahl bereits vorab als "Farce". Auch mehrere Nichtregierungsorganisationen zweifelten die Glaubwürdigkeit der Wahl an. Vor der Wahl wurden mit Nassour Ibrahim Neguy Koursami und Rakhis Ahmat Saleh zwei der prominentesten Widersacher der Militärjunta von der Präsidentschaftswahl ausgeschlossen. Angeblich hatten ihre Bewerbungsunterlagen "Unregelmäßigkeiten" enthalten.[5] Am 9. August 2025 wurde Masra von einem Gericht in der Hauptstadt zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt. Das Gericht sprach ihn der Verbreitung von Hassrede und der Beihilfe zum Mord für schuldig.[6]

Verwaltungsgliederung

Der Tschad wurde 2018 in 23 Provinzen (ولاية, DMG Wilāya) unterteilt. Diese sind in 95 Départements (محافظة, DMG Muḥāfaẓa) und 365 Kommunen (بلدية, DMG Baladiya) unterteilt:[7][8]

 
Karte der Provinzen des Tschad


Provinz Hauptstadt Départements
Barh El Gazel Moussoro Barh el Gazel Nord, Barh el Gazel Sud, Barh el Gazel Ouest, Kleta
Batha Ati Batha Est, Batha Ouest, Fitri, Ouadi Rime, Assinet, Djombo Djedid
Borkou Faya-Largeau Borkou, Borkou Yala
Chari-Baguirmi Massenya Baguirmi, Chari, Loug-Chari, Dourbali
Ennedi Est Am-Djarass Am-Djarass, Wadi Hawar
Ennedi Ouest Fada Fada, Mourtcha
Guéra Mongo Abtouyour, Barh Signaka, Guéra, Mangalmé
Hadjer-Lamis Massakory Dababa, Dagana, Haraze al Biar
Kanem Mao Kanem, Nord-Kanem, Wadi Bissam
Lac Bol Mamdi, Wayi
Logone Occidental Moundou Dodjé, Guéni, Lac Wey, Ngourkosso
Logone Oriental Doba Kouh Est, Kouh Ouest, Monts de Lam, Nya, Nya Pendé, Pendé
Mandoul Koumra Barh Sara, Mandoul Occidental, Mandoul Oriental
Mayo-Kebbi Est Bongor Mayo Boneye, Kabbia, Mayo Lémié, Mont Illi
Mayo-Kebbi Ouest Pala Lac Léré, Mayo Binder, Mayo Dallah
Moyen-Chari Sarh Barh Kôh, Grande Sido, Lac Iro
Salamat Am Timan Aboudeïa, Barh Azoum, Haraze Mangueigne
Sila Goz Beïda Djourouf al Ahmar, Kimiti
Tandjilé Laï Tandjilé Centre, Tandjilé Est, Tandjilé Ouest
Tibesti Bardaï Tibesti Est, Tibesti Ouest
Wadai Abéché Abdi, Assoungha, Ouara
Wadi Fira Biltine Biltine, Dar Tama, Iriba, Mégri
Ville de N’Djamena N’Djamena (Arrondissements 1 bis 10)

Literatur

  • 1992: Zentralafrika (Länder und Völker), 168 Seiten, Das Beste-Reader’s Digest, ISBN 978-3870703844
  • 1999: Handbuch Afrika - Zentralafrika, Südliches Afrika und die Staaten im Indischen Ozean (Band 1), Walter Schicho, 352 Seiten, Brandes & Apsel, ISBN 978-3860991206
  • 2008: Der "Nord-Süd-Konflikt" im Tschad: Bürgerkrieg und Staatszerfall im 20. Jahrhundert, Sarah Malelu, 172 Seiten, VDM Verlag Dr. Müller, ISBN 978-3836433952
  • 2022: Krisenregion Sahel: Hintergründe, Analysen, Berichte, Herausgeber Fritz Edlinger und Günther Lanier, 256 Seiten, Promedia, ISBN 978-3853715017

Quellen