Krishnammal Jagannathan

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Krishnammal und Sankaralingam Jagannathan

Krishnammal Jagannathan (Tamilisch: கிருஷ்ணம்மாள் ஜெகநாதன்) (* 1926 im Bundesstaat Tamil Nadu) ist eine indische Bürgerrechtlerin.

Leben

Krishnammal Jagannathan wurde 1926 im indischen Bundesstaat Tamil Nadu in eine land- und kastenlose Familie (indisch Dalit) geboren. Ihr Vater war ein Alkoholiker und verstarb früh, ihre Mutter gebar 12 Kinder, von denen mehrere verstarben.[1]

Sie erreichte trotz des gesellschaftlichen Standes und der Armut ihrer Familie eine mit einem Hochschulstudium vergleichbare Ausbildung. Bald schloss sie sich der Bewegung des indischen Bürgerrechtlers Mohandas Karamchand Gandhis (1869–1948) an, der als Mahatma Gandhi in die Geschichte einging. Hier lernte sie ihren späteren Ehemann Sankaralingam Jagannathan kennen. Sie beschlossen, nur in einem unabhängigen Indien zu heiraten. Am 15. August 1947 wurde Indien unabhängig vom Vereinigten Königreich. Im Jahr 1950 heirateten die beiden.[2] Anfang der 1950er Jahre machte Krishnammal Jagannathan in Chennai (Madras) eine Ausbildung zur Lehrerin, während Sankaralingam Jagannathan Anfang der 1950er Jahre mit Gandhis spirituellem Lehrer Vinoba Bhave (1895–1982) zu Fuß durch Indien reiste, um Grundbesitzer dazu zu bewegen, ein Sechstel ihres eigenen Landbesitzes an Landlose abzugeben.[1] Für Krishnammal und Sankaralingam war eine wichtige Voraussetzung für den Aufbau einer Gesellschaft im Sinne Gandhis, dass der Besitz von Land an die Armen zumindest teilweise verteilt wird.[2]

Neben ihren Aktivitäten in der Bhudan- und Gramdan-Bewegung sowie in gemeinnützigen Organisationen wie ASSEFA & LAFTI, hatte Krishnammal Jagannathan eine tatkräftige Rolle in verschiedenen Gremien und Ausschüssen. So war sie Senatsmitglied der Gandhigram-Stiftung und Universität sowie der Universität von Madurai. Sie war Mitglied des Nationalkomitees für Bildung, des Ausschuss für Landreform und des Planungskomitees.[2]

Für ihr Buch "Terra Gamberi Contadini Ed Eroi" (2002) führte die italienische Autorin Laura Coppo die Interviews mit Krishnammal und Sankaralingam Jagannathan in englischer Sprache. Sie übersetzte die Interviews für ihr Buch in die italienische Sprache. Ein Jahr später haben David H. Albert und Laura Coppo in die englische Sprache übersetzt und 2005 als "The Color of Freedom" veröffentlicht. Das Buch wurde unter dem Titel "No Weapon, No Bloods" in die Muttersprache von Krishnammal und Sankaralingam Jagannathan übersetzt.[3]

Bhudan- & Gramdan-Bewegung

Gandhi und Vinoba Bhave

Die Umsetzung der von der indischen Regierung eingeführte Obergrenze für ländlichen Landbesitz verlief nur schleppend. Daher gründete Vinoba Bhave 1951 die Bhunidan-Yagna-Bewegung (vereinfacht Bhudan-Bewegung, auch Bhoodan-Movement). Im Juni 1951 schwor Vinoba Bhave solange durch Indien zu wandern, bis er von den Grundbesitzern 5 Millionen Acres Bodenfläche gesammelt habe. Dieses Ziel gelang ihm in den ersten fünf Jahren. Durch verschiedene Umstände wie Korruption wurde dieses Ziel nur zu einem kleinen Teil in der Praxis umgesetzt. Bis 1952 war Sankaralingam mit unterwegs. Die Fortsetzung der Bhudan-Bewegung war die Gramdan-Bewegung, welche den kommunaler Besitz unter Selbstverwaltung propagierte. 1974 zog sich Vinoba Bhave aus der Bewegung zurück.[4] Wegen seiner Mitarbeit wurde Sankaralingam Jagannathan mehrfach ins Gefängnis eingesperrt. Zwischen 1953 und 1967 war das Ehepaar eine treibende Kraft in der Bewegung.[2]

ASSEFA & LAFTI

Ein großer Teil des freigegebenen Landes war zusätzlich wenig fruchtbar. Daher starte Sankaralingam Jagannathan 1968 die "Association for Sarva Seva Farms" (ASSEFA). Hiermut haben sie wesentlich dazu beigetragen, das Land bewirtschaftbar zu machen, so dass sich die Landbevölkerung davon ernähren konnte.[5][2]

Im Jahr 1981 gründete Krishnammal Jagannathan mit ihrem Ehemann die Nichtregierungsorganisation "LAFTI" ("Land For Tillers' Freedom", auf deutsch etwa "Land für Landarbeiter") im Bundesstaat Tamil Nadu.[6] LAFTI ermöglicht Bauern den Landkauf (meist ein halber Hektar) sondern hilft auch bei der Bewirtschaftung, der Produktverarbeitung, der Ausbildung der Kinder, der Etablierung zusätzlichen Gewerbes, dem Training am Computer, setzt sich für die Rechte von Fischern ein, die von der Krabbenzucht-Industrie bedroht sind, betreibt ein Ziegenprojekt und vergibt Mikro-Kredite.[5]

Auszeichnungen

Krishnammal und Sankaralingam Jagannathan wurden unabhängig voneinander oder gemeinsam vielfach für ihre Arbeit ausgezeichnet. Darunter sind folgende hervorzuhebende Auszeichnungen:

Krishnammal Jagannathan bekam 1989 den vierthöchsten Zivilorden "Padma Shri" der indischen Regierung verliehen.[7] 1996 wurde das Ehepaar mit dem "Bhagavan Mahaveer Award" ausgezeichnet. Im Jahr 1999 wurde sie mit dem Schweizer "Summit Foundation Award" ausgezeichnet.[2]

Krishnammal Jagannathan wurde im Jahr 2008 gemeinsam mit ihrem Ehemann Sankaralingam Jagannathan für ihr lebenslanges Engagement für die Rechte von Kastenlosen und die Überwindung ländlicher Armut mit dem Right Livelihood Award (Alternativer Nobelpreis) ausgezeichnet.[2]

Ebenfalls 2008 war Krishnammal Jagannathan mit Michael Woodard Finalistin beim "Opus Prize", eine internationale Auszeichnung für glaubensbasierte humanitäre Hilfe, welche von der Opus Prize Foundation in den Vereinigten Staaten verliehen wird. Der Preis ist mit 1 Million US-Dollar dotiert, die beiden Finalisten erhalten je 100.000 US-Dollar. Preisträger wurde die burundische Entwicklungshelferin Marguerite Barankitse.[8]

Literatur

  • 2005: The Color of Freedom, 232 Seiten, Autoren Laura Coppo und David H. Albert, ISBN 978-1567512762
  • 2010: Dalit Activists: B. R. Ambedkar, Arun Krushnaji Kamble, Thol. Thirumavalavan, Gaddar, P. Kakkan, Krishnammal Jagannathan, Ayyankali, 98 Seiten, General Books LLC, ISBN 978-1155527208
  • 2011: Krishnammal Jagannathan: Social work, Social injustice, Activism, Jordan Naoum, 108 Seiten, Duc, ISBN 978-6137739280

Weblinks

Quellen