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Guy Carcassonne

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Guy Carcassonne

Guy Carcassonne (14. Mai 1951 in Paris – 27. Mai 2013 in Sankt Petersburg, Russland) war ein französischer Rechtswissenschaftler mit Schwerpunkt Verfassungsrecht und Universitätsprofessor für öffentliches Recht an der Universität Paris-Nanterre.

Leben

Guy Carcassonne wurde im 16. Arrondissement in der französischen Hauptstadt Paris geboren. Er studierte an der Universität Paris X in Nanterre, einem Vorort von Paris. Als Jugendlicher spielte er Rugby im Paris Université Club (PUC). An der Universität Paris X promovierte er 1979 zum Doktor der Rechtswissenschaften. Für seine Doktorarbeit wählte er den französischen Politiker Pierre Mendès France (1907–1982) als Thema.[1] 1983 wurde Carcassonne zum Staatsrecht zugelassen. Von 1984 bis 1988 war er Professor an der Universität Reims und ab 1991 an der Universität Paris X/Universität Paris-Nanterre.[2]

Neben seiner akademischen Laufbahn war er von 1978 bis 1983 Referent der PS-Fraktion in der Nationalversammlung. Anschließend trat er von 1983 bis 1985 dem Kabinett von Michel Rocard (1930–2016) bei, der zum Landwirtschaftsminister ernannt wurde. Als Rocard von 1988 bis 1991 Premierminister wurde, war Guy Carcassonne sein Berater für die Beziehungen zum Parlament.[3] 1996 erschien mit La Constitution das erste große Werk von Carcassonne. Der Doyen (Dekan) Georges Vedel (1910–2002) schrieb das Vorwort dazu. Carcassonne lernte bei ihm.[1] 2007 wurde Guy Carcassonne von Präsident Nicolas Sarkozy in den Ausschuss für die Modernisierung und Konsolidierung der Institutionen berufen. Er verstarb am 27. Mai 2013 an Gehirnblutung während einer Reise[1] in Sankt Petersburg in Russland. Sein Grab ist auf dem Cimetière de Montmartre im 18. Arrondissement von Paris.[4]

Carcassonne war Autor mehrerer bei Studenten beliebter juristischer Fachbücher und Kolumnist bei Le Point.[3] Er war ab 2008 Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Zeitschrift Jus Politicum.[5] Nach ihm ist ein Auditorium mit 1000 Plätzen der Universität Paris-Nanterre benannt.[6] Aus seiner Ehe ab 1949 mit Francisca Sol Puig stammen die zwei Töchter Marie und Nuria.[7] Nach der Trennung lernte er 1983 die Comic-Autorin und Illustratorin Claire Bretécher (1940–2020) kennen.[8] Gemeinsam waren sie Eltern des Sohnes Martin.[4][9]

Werke

  • 2004: L'opposition (Pouvoirs 108), François-Charles Bousquet, Guy Carcassonne, Pascal Jan, Philippe Lauvaux (Collectif), 208 Seiten, SEUIL, ISBN 978-2020628679 (Französisch)
  • 2006: Constitution et construction européenne, Bertrand Mathieu, Michel Verpeaux, Ferdinand Mélin-Soucramanien und Guy Carcassonne (Collectif), Dalloz, ISBN 978-2247065691 (Französisch)
  • 2007: La procédure pénale en quête de cohérence: Sous l'égide de la Cour de cassation, Robert Badinter, Guy Canivet, Guy Carcassonne und Dominique Commaret (Collectif), Dalloz, ISBN 978-2247071562 (Französisch)
  • 2011: La Constitution, Guy Carcassonne und Georges Vedel, Paris : Éd. du Seuil, ISBN 978-2757821411 (Französisch)
  • 2011: Lexique de science politique: Vie et institutions politiques, Olivier Nay, Guy Carcassonne, Françoise Dreyfus und Olivier Duhamel (Collectif), Editions Dalloz, ISBN 978-2247109142 (Französisch)
  • 2014: Petit Dictionnaire de droit constitutionnel, 208 Seiten, Contemporary French Fiction, ISBN 978-2757837795 (Französisch)
  • 2015: QPC - la question prioritaire de constitutionnalité, Guy Carcassonne, Olivier Duhamel und Aurélie Duffy, 220 Seiten, Dalloz, 2. erweiterte Auflage, ISBN 978-2247153572 (Französisch)
  • 2017: Histoire de la Ve République, Jean-Jacques Chevallier, Guy Carcassonne, Olivier Duhamel und Julie Benetti, 712 Seiten, Dalloz, 16. Auflage, ISBN 978-2247169221 (Französisch)

Weblinks

Quellen