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Molly von Fürstenberg

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Molly von Fürstenberg (* 1942 in Staßfurt als Kerstin Dobbertin) ist eine deutsche Filmproduzentin.

Leben

Kerstin Dobbertin wurde 1942 in Staßfurt bei Magdeburg im damaligen Deutschen Reich im heutigen Sachsen-Anhalt geboren.[1] Mit zehn Jahren fing ihre Begeisterung für den Film an. Sie zog aus der ehemaligen DDR nach Essen-Werden, wo sie im Haus ihrer Tante wohnte. In einem kleinen Kino in ihrer Straße arbeitete sie beim Ton mit. Sie war mit Rainer Werner Fassbinder (1945–1982) auf der Schauspielschule. Sie freundeten sich an, bevor er berühmt wurde.[2]

Ihr erster Film als Schauspielerin war "Rio das Mortes" (1971) unter der Regie von Fassbinder. Sie schrieb das Script. Bei "Warnung vor einer Heiligen Nutte" (1971) schrieb sie das Script und arbeitete bei der Garderobe mit.[2] Kerstin Dobbertin war Mitglied des Münchner Antitheaters und stand in den 1970er-Jahren vor der Kamera für Rainer Werner Fassbinder und Hans Noever, bevor sie als Filmproduzentin erfolgreich wurde.[3] Dobbertin ist auch mit Michael Fengler (* 1940) befreundet, der mit Thomas Schamoni den Filmverlag der Autoren ins Leben gerufen hat. Dort arbeitete sie als Filmgeschäftsführerin und traf auf Denyse Noever, die mit Hans Noever verheiratet war. Im Filmverlag traf Dobbertin auch auf ihren späteren Mann Veith von Fürstenberg (* 1947 in Minden, Nordrhein-Westfalen).[2] Gemeinsam mit Denyse Noever und Elvira Senft gründete sie 1974 in München die Produktionsfirma Olga Film. Mit Filmen wie Doris Dörries "Männer“, Sönke Wortmanns "Kleine Haie" und "Der bewegte Mann" war Molly von Fürstenberg maßgeblich am Erfolg des neuen deutschen Kinos der 1990er-Jahre beteiligt. 2001 erhielt sie den Produzentenpreis des Bayerischen Filmpreises für "Die Einsamkeit der Krokodile" gemeinsam mit Harry Kügler. 2007 erhielt sie erneut gemeinsam mit Harry Kügler den Produzentenpreis des Bayerischen Filmpreises für den Film "Kirschblüten – Hanami". 2015/2016 wurde sie bei der 37. Verleihung des Bayerischen Filmpreises mit den Ehrenpreis des Ministerpräsidenten ausgezeichnet.[3][4]

Molly von Fürstenberg produzierte viel gemeinsam mit Harald "Harry" Kügler und arbeitete sowohl als Schauspielerin als auch als Produzentin mit der Regisseurin Doris Dörrie zusammen. Von 2003 bis 2015 produzierte Molly von Fürstenberg über 20 Filme der Filmreihe "Kommissarin Lucas" mit Ulrike Kriener in der Hauptrolle. Sie arbeitete als freie Filmschaffende auch bei der Produktionsfirma Tango Film von Rainer Werner Fassbinder.[5]

Filmografie (Auswahl)

Produktion
  • 1977: Schattenboxer (Eierdiebe) (Regie Michael Fengler)
  • 1978: Die Frau gegenüber (Regie Hans Noever)
  • 1980: Der Preis fürs Überleben (Regie Hans Noever)
  • 1985: Reise in den Tod (Im Innern des Wals) (Regie Doris Dörrie)
  • 1986: Lockwood Desert, Nevada (Regie Hans Noever)
  • 1989: Bodo - Eine ganz normale Familie (Regie Gloria Behrens)
  • 1989: Geld (Regie Doris Dörrie)
  • 1992: Kleine Haie (Regie Sönke Wortmann)
  • 1994: Der bewegte Mann (Regie Sönke Wortmann)
  • 1997: Bandits (Regie Katja von Garnier)
  • 1998: 2 Männer, 2 Frauen - 4 Probleme!? (Regie Vivian Naefe)
  • 1998: Busenfreunde 2 - Alles wird gut! (Regie Thomas Berger)
  • 1999: Rendezvous mit dem Teufel (Regie Thomas Berger)
  • 2000: Die Einsamkeit der Krokodile (Regie Jobst Oetzmann)
  • 2001: Mädchen Mädchen! (Regie Dennis Gansel)
  • 2001: Das Staatsgeheimnis (Regie Matthias Glasner)
  • 2002: Die Katzenfrau (Regie Martin Enlen)
  • 2002: Wen küsst die Braut? (Regie Lars Montag)
  • 2003: Ganz und gar (Regie Marco Kreuzpaintner)
  • 2003–2015: Kommissarin Lucas (Filmreihe, 22 Folgen)
  • 2004: Mädchen Mädchen 2 - Loft oder Liebe (Regie Peter Gersina)
  • 2004: Napola – Elite für den Führer (Regie Dennis Gansel)
  • 2005: Damals warst Du still (Regie Rainer Matsutani)
  • 2005: Liebe Amelie (Regie Maris Pfeiffer)
  • 2005: Mathilde liebt (Regie Wolfram Paulus)
  • 2006: Schwere Jungs (Regie Marcus H. Rosenmüller)
  • 2007: Die Verzauberung (Regie Wolfram Paulus)
  • 2008: Kirschblüten – Hanami (Regie Doris Dörrie)
  • 2008: Wir sind das Volk – Liebe kennt keine Grenzen (Regie Thomas Berger)
  • 2012: Tatort: Ein neues Leben (Regie Elmar Fischer) (Filmreihe)
  • 2014: alles inklusive (Regie Doris Dörrie)
  • 2016: Grüße aus Fukushima (Regie Doris Dörrie)
Schauspiel
  • 1971: Rio das Mortes (Regie Rainer Werner Fassbinder)
  • 1973: Zahltag (Regie Hans Noever)
  • 1981: Tristan and Isolde (Regie Veith von Fürstenberg)
  • 1985: Reise in den Tod (Im Innern des Wals) (Regie Doris Dörrie)
  • 1986: Lockwood Desert, Nevada (Regie Hans Noever)

Weblinks

Quellen