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Adolphson & Falk

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Adolphson & Falk, 2019

Adolphson & Falk ist ein schwedisches Synthie-Pop-Duo. Das Duo besteht aus Tomas Adolphson und Anders Falk.

Bandgeschichte

Tomas Adolphson und Anders Falk wurden beide Ende der 1940er Jahre in Stockholm geboren. Ohne sich zu kennen zogen beide in den 1950er Jahren nach Uppsala. Sie lernten sich erst 1968 beim Militärdienst in Stockholm kennen. In einer Kaserne entdeckten sie ihr gemeinsames Interesse an Musik. Etwa ein Jahr später hatten sie ein Band mit 14 eigenen englischsprachigen Liedern mit zwei Sängern und zwei Gitarren fertig. Dieses Demoband wurde zu ihrer Eintrittskarte in die Musikindustrie. Kurz nach Neujahr 1970 spielten sie für den legendären Produzenten Anders Burman im Metronome. Bei den paar Stunden in einem Studio gefiel Burman was er hörte, wollte aber, dass sie auf Schwedisch arbeiten. Adolphson und Falk zogen es vor, weiter in der Sprache ihrer Vorbilder zu arbeiten. Erst viel später erkannten sie, welche großartige Gelegenheit sie dadurch verpasst haben. In der ersten Hälfte der 1970er Jahre entwickelten sie ihr Songwriting durch Auftragsarbeiten für die Produzentenlegende Curre Pettersson. Curre ermutigte sie ebenfalls, ihre Texte auf Schwedisch zu schreiben. Er stellte sie dem Musikverlag Air Music vor, bei dem sie viele Jahre geblieben sind. 1973 veröffentlichten sie ihre erste Single, 1977 bekamen sie ihren ersten LP-Vertrag. Das Debütalbum "Nattexpressen" veröffentlichten sie 1978 auf dem Label Decca. Produzentin war Ingela ‘Pling’ Forsman und der Arrangeur war ABBA-Bassist Rutger Gunnarsson. Ein Erfolg stellte sich nicht ein, auch nicht nach dem Auftritt 1979 beim schwedischen Festival Melodiefestivalen.[1]

Die Wende kam, nachdem sie eie ein Tape mit Heimdemos an Sveriges Radios Viskvarten sendeten. Sie brachten das neu gestarteten Programms Eldorado mit Kjell Alinge und Lennart Wretlind an der Spitze heraus und suchten nach ungewöhnlicher schwedischer Musik. Ein großzügiges Programmbudget bot Platz für speziell geschriebene Elemente schwedischer Musiker und Songwriter. Im Herbst 1981 widmeten sie sich dem Schreiben von Songs, zu denen die Hörfunkhörer mit Vorschlägen zu Texten beitragen konnten. Einige Wochen vor Weihnachten kam Kjell Alinge die Idee zu einem neuen Weihnachtslied. Der an der Produktion beteiligte Lars-Göran Nilsson unterstützte mit seinem neu gekauften Drumcomputer Dr Rythm und dem ebenfalls neuen analogen Synthesizer Prophet One mit der charakteristischen Basslinie. Alles wurde in einem Live-Mix mit synchronisierten Chören in einem Tonstudio aufgenommen und erregte Aufmerksamkeit. Alle Hörfunkproduzenten wollten es in den kommenden Weihnachtswochen in ihren Programmen spielen. In Schweden war der Synthesizer im Gegensatz zur deutschen und englischen Popwelt in den 1970er Jahren noch nicht beliebt. Der visionäre Hörfunkproduzent Lars-Göran Nilsson brachte Adolphson & Falk mit dem US-amerikanisch-schwedischen Synthesizer-Pionier Greg FitzPatrick zusammen. Im November 1981 nahmen sie zusammen den Titel Blinkar Blå auf. Die Resonanz der Hörer war größer als erwartet, und das kleine Label des Hörfunksenders veröffentlichte eine Single auf blauem Vinyl. Es wurde sowohl der erste richtige Hit des Labels als auch von Adolphson & Falk und wird auch als Schwedens erster Synthesizer-Hit bezeichnet. Der Durchbruch war der Beginn einer mehrjährigen Zusammenarbeit mit Greg FitzPatrick. Er stand immer an der Spitze der Entwicklung der neuen Musiktechnologien in Schweden. Zusammen mit dem Studioleiter Dagge Lundquist (Trettioåriga Kriget) und Lars-Göran Nilsson erstellten sie in den 1980er Jahren vier Alben. Sie probierten, wie das Konzept international mit englischen Texten von FitzPatrick funktioniert und veröffentlichten den englischsprachigen Titel "From Here To Eternity" im Herbst 1983 in Italien und den Niederlanden, jedoch ohne Erfolg. Um so erfolgreicher war das Album "Över Tid Och Rum". Es wurde im März 1984 veröffentlicht, in dem Jahr, in dem George Orwells (1903–1950) Roman "1984" spielt. Adolphson & Falk verlegten die Handlung um 100 Jahre nach 2084. In den letzten Sekunden der Schallplatte ist ein Datensignal zu hören, der mit einem Heimcomputer von Atari entschlüsselt werden kann. Erst 20 Jahre später wurde der Code geknackt. Das Album brachte die erste Goldene Schallplatte für Adolphson & Falk.[1]

Nach vier erfolgreichen Alben in den 1980ern, einer Kompilation und einigen Singles schlich sich das Gefühl der Routine bei Adolphson & Falk ein. Als FitzPatrick in Richtung Filmmusik wechselte, wollten Adolphson & Falk die Plattenproduktion mit mehreren Musikern ausprobieren und baten Produzent Dan Sundquist um Hilfe. Sundquist produzierte zuvor das erfolgreiche Debütalbum der Gruppe Fredag und Jakob Hellman, ein Klassiker der schwedischen Rockmusik. Mit Sundquist nahmen sie "Indigo" (1990) ohne Synthesizer mit Pelle Sirén an der Gitarre, Matts Ahlsberg am Bass, Åke Sundquist und Per Lindvall am Schlagzeug und Stefan Blomquist am Keyboard sowie mehreren Instrumentalsolisten auf. Trotz der Inspiration entschied sich Adolphson nach dem Album, sich für unbestimmte Zeit von der Musik zurückzuziehen. Falk wollte weitermachen und FitzPatrick vermisste die Zusammenarbeit im Studio. Zusammen schrieben sie neue Songs und experimentierten in FitzPatricks Filmmusikstudio Synderella. Vom September 1991 bis Februar 1993 wurde & Falk als Soloprojekt für Anders Falk mit Greg FitzPatrick als Co-Komponist, Arrangeur und Produzent geschaffen. Die Songs von Adolphson & Falk wurde jedoch weiter häufig im Hörfunk gespielt. Sie wurden von der schwedischen Plattenfirma Independent kontaktiert und ermutigt, neue Songs für eine weitere Kompilation aufzunehmen. Die Kompilation "Samling" wurde 1996 sechs Jahre nach dem letzten Album veröffentlicht. Das inspirierte Adolphson & Falk zu weiteren Arbeiten und so gingen sie für Aufnahmen zu einem neuen Album in das Studio von Ronald Bood. Hier arbeiteten sie mit völlig neuen Musikern zusammen. Kurz vor der Jahrtausendwende stellten sie im Herbst 1999 das Album "454" fertig. Doch das befürchtete Computerchaos durch den Datumswechsel blieb aus. Adolphson & Falk hatten das Gefühl, dass sie das direkte Treffen mit dem Publikum durch Auftritte ignoriert haben und die alte Idee, ihre Songs akustisch zu spielen, nahm Gestalt an. Sie nahmen wieder die Akustikgitarren in ihr Programm auf. Adolphson kontaktierte seinen alten Schulfreund Magnus "Mankan" Marcks, der sein Leben bisher dem Kontrabass sowohl in der klassischen Musik als auch im Jazz widmete. Obwohl sie sich in der Zwischenzeit von 35 Jahren nur wenig begegneten, zögerte Marcks nicht, mit Adolphson & Falk zu spielen. Ihre Premiere als akustisches Trio vor Publikum fand im Frühjahr 2004 statt. Es folgten weitere Auftritte und jedesmal wurden sie gefragt, ob die akustischen Stücke zum Kauf angeboten werden. So nahmen sie einige Stücke neu auf. Ihr Musikverlag Air Chrysalis (später BMG Chrysalis) brachte sie mit dem Produzenten, Musiker und Songwriter Peter Månsson zusammen, der ein eigenes Studio in Stockholm betrieb. Im Februar 2006 begannen sie mit der Aufnahme des Albums "Vidare" (2006) und erstellten elf akustische Versionen ihrer 1980er-Hits. Das Album erhielt so viel Aufmerksamkeit, dass EMA-Telstar (später Live Nation) eine Konzertreihe von 2006 bis 2007 mit den akustischen Versionen vorschlug. Hans Loelv nahm an Klavier und Akkordeon teil und wurde nach dieser Tour zusammen mit Mankan am Bass ein treuer Mitmusiker auf verschiedenen Konzertbühnen in ganz Schweden. Der 10. Oktober 2010 als Tag mit dem magischen und digitalen Datum 101010 rückte näher. Ein Zufall, den Adolphson & Falk nicht missen wollten. Sie beschlossen, zusammen mit ihren alten Gefolgsleuten aus den 1980ern, FitzPatrick, Lundquist und Nilsson, eine Box mit allen Aufnahmen aus den 1980ern zu erstellen, um sie an diesem Tag unter dem Titel "101010" zu veröffentlichen. Die Box enthält 58 Tracks verteilt auf 4 CDs. Ergänzt ist sie durch ein 80-seitiges Buch, das sie selbst geschrieben haben. Das Box-Projekt gab Anlass, Lundquist alle alten Aufnahmen für den Start auf Spotify remastern und digitalisieren zu lassen. Spotify begann sich nach seiner Einführung im Jahr 2006 zu etablieren. Die akustischen Auftritte mit Mankan und Hasse wurden fortgesetzt und 2013 erweiterten sie das Album "Vidare" um weitere gemeinsame Aufnahmen. Es wurde unter neuem Titel als "Ännu Vidare" veröffentlicht. Dabei haben sie das CD-Format maximal genutzt und 19 akustische Versionen draufgepackt und über ihr neu gegründetes eigenes Label AF Music veröffentlicht. Im selben Jahr wurden sie vom Stockholms stadsteater (Stadttheater der Stadt Stockholm) eingeladen, einige Aufführungen mit ihrer akustischen Musik zu begleiten. Die Zusammenarbeit mit dem stadsteater führte dazu, dass deren künstlerische Leiter, Ole Forsberg, sie bat, seine Dramatisierung von Fjodor Dostojewskis (1821–1881) Novelle "Weiße Nächte" (1848) mit Musik zu versehen. Sie schrieben sieben Songs, die von den Schauspielern der Show aufgeführt wurden. Das war eine neue Erfahrung und Herausforderung für Adolphson & Falk. Sie erstellten auch ihre eigene Version der Songs, die sie auf der EP "Vita Nätter" gesammelt und 2014 veröffentlicht haben. Das Album enthält auch die weibliche Hauptrolle Lisa Lisason. Im Winter 2008 spielten Adolphson & Falk einige Konzerte für Live Nation mit den Gastmusikern Uno Svenningsson und Ola Magnell. Sie nannten ihre Darbietung "Vintertivoli" und schrieben eine Signature-Melodie mit demselben Titel. Daraus entstand ein ganzes Album aus zehn charakteristischen Stücken, welches sie zusammen mit 14 erfahrenen Musikern ab November 2014 aufnahmen und im Oktober 2015 veröffentlichten.[1] Drei Jahre später folgte das Album "50".

Diskografie (Alben)

  • 1978: Nattexpressen, Decca
  • 1982: Med Rymden I Blodet, Air
  • 1983: From Here To Eternity, Air
  • 1984: Över Tid Och Rum, Air
  • 1986: I Nattens Lugn, Air
  • 1987: Det Svåra Valet, Air
  • 1988: 81-87, Air (Kompilation)
  • 1990: Indigo, Air
  • 1996: Samling, Pool Sounds (Kompilation)
  • 1999: 454, Pool Sounds / Independent Records
  • 2006: Vidare, Air
  • 2010: 101010 (4CD) (Kompilation)
  • 2013: Ännu Vidare, AF Music
  • 2015: Vintertivoli, AF Music
  • 2018: 50, AF Music

Weblinks

Quellen