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Àngel Rigall i Verdaguer

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Àngel Rigall i Verdaguer (* 1963 in Olot, Provinz Girona, Spanien) ist ein katalanischer Maler, Bildhauer und Kunstpädagoge.[1][2]

Leben und Werk

Àngel Rigall absolvierte die Grundschule und das Gymnasium in Olot. Zusätzlich absolvierte er eine Verwaltungsausbildung an einer kaufmännischen Fachschule in Olot. Später immatrikulierte er sich an der Escola d'Art von Olot (Kunsthochschule von Olot) und erwarb sich einen Abschluss in Angewandter Kunst im Bereich der Skulptur. Nach diesem Studium belegte er Malereikurse an der Escola de la Llotja in Barcelona. Von 2010 bis 2013 schrieb er sich nochmals an der Kunstakademie von Olot ein, um aktuelle Trends und Techniken in der Bildhauerei aufzunehmen und zu verinnerlichen.[1][2]

27-jährig kehrte er nach Olot zurück. In dieser Zeit schuf er die Bildserie „Africana“, in der er Menschen dunkler Hautfarbe darstellte. Er malte beispielsweise die Hände eines dunkelfarbigen Jungen, als noch wenige Menschen anderer Kulturen in seiner Heimatstadt Olot angekommen waren. Ihn faszinierten die farbenfrohe Kleidung der afrikanischen Kultur. Diese Begeisterung für die Ästhetik dieser Kultur ging in zahlreiche Porträts aus der Zeit ein und führte ihn 1991 auf eine Studienreise in den Senegal. In diesen Bildern bediente er sich der Techniken Kohle, Pastell, Acryl und Airbrush; oft arbeitete er auch in Mischtechniken. Künstlerisch folgte um 1995 der Zyklus „Silenci“ (Stille). Diese Bilder wurden strukturiert durch Netzwerke durchbrochener Platanenblätter. Die Blätter wuchsen, fielen vom Baum und wurden Protagonisten seiner Gemälde. In diesen Gemälden ist es schwierig zwischen Hintergrund und Form zu unterscheiden. Die Blätter bedecken in großer Sensibilität beispielsweise den Kopf eines weiblichen Aktes oder umrahmen Körperteile wie Lippen. Es folgte eine Serie von „Gemälden des Himmels“, in der er die launischen Wolkenbilder der heimatlichen Garrotxa darstellte, die durch die Berge dieser Gegend wie den Puigsacalm begrenzt werden. Er folgte in diesen Werken nicht der traditionellen Kompositionstechnik der Landschaftsmalereischule von Olot. Große Beachtung fand auch Rigalls Skulpturserie Dones (Frauen). Der Olotenser Kunstkritiker Domènec Moli schreibt über den künstlerischen Ansatz Rigalls: „Ohne den Realismus zu verlassen strebt Àngel Rigall nach neuen, innovativen Formen und Horizonten.“[1][2]

1990 nahm Àngel Rigall erstmals an einer Gemeinschaftsausstellung in der Sala Vayreda von Olot teil. Bis dato (2020) war Àngel Rigall als Maler und Skulpteur auf mehr als einhundert Einzel- und Gruppenausstellungen in Olot, auf Mallorca, in ganz Katalonien und in den 1990er Jahren mit der Olotenser Künstlergruppe Cingle Quatre[3] auch im Großraum Stuttgart präsent. Mehrere seiner Skulpturen stehen im öffentlichen Raum von katalanischen Orten. Mit seinem Künstlerkollegen Tavi Algueró restaurierte und schuf er bis dato (2020) um die sechzig volkstümliche Figuren (Riesen, Dickköpfe, Pferde, Hexen und Tiere aller Art) für die Faràndula, also jene Figuren, die in Katalonien repräsentativ für einen Ortsteil oder für ein Dorf stehen und die bei dem jeweiligen Dorf- oder Stadteilfest in Umzügen durch die Gemeinde getragen werden. [1][2]

Àngel Rigall wirkt als Kunstpädagoge an der Escola Municipal d'Expressió d’Olot. Zusätzlich gibt er in seinem Olotenser Atelier Kunst- und Skulpturkurse für Jugendliche, Erwachsene und Senioren.[1][2]

Weblinks

Quellen

  • Josep Maria Canals: Diccionari Biogràfic d’Olot; Artikel „Algueró i Sala, Tavi“. Hrsg.: Ajuntament d’Olot. 1. Auflage. Olot 2015, OCLC 943687866, S. 617 f. (katalanisch).
Einzelnachweise
  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 Abschnitt nach: Josep Maria Canals. Àngel Rigall i Verdaguer. In: Diccionari Biogràfic d’Olot.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 Abschnitt nach: Joan Sal. Àngel Rigall i Verdaguer. In: revistadegirona.cat.
  3. Die Gruppe wurde für eine Gemeinschaftsausstellung 1991 in dem Ort Castellfollit de la Roca, nahe der Stadt Olot, gegründet. Katalanisch „El cingle“ bedeutet die Lavafelswand, von denen es speziell in Castellfollit und dem vulkanischen Gebiet um Olot zahlreiche Exemplare gibt. „Quatre“, deutsch „vier“ weist auf die vier beteiligten Künstler hin.