Rundfunk Berlin-Brandenburg

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Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) ist die Landesrundfunkanstalt für die Länder Berlin und Brandenburg. Sie ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland (ARD) und hat die Rechtsform einer Anstalt des öffentlichen Rechts.

Der rbb entstand 2003 durch die Fusion des Senders Freies Berlin (SFB) und des Ostdeutschen Rundfunks Brandenburg (ORB). 2020 waren im Durschnitt 2.049 Mitarbeiter beim rbb festangestellt. Hinzu kamen die freien Mitarbeiter.[1] Bereits in November 2003 gründete sich mit rbbprotest eine Plattform der freien Mitarbeiter beim rbb. Diese benannte sich Anfang 2004 in rbbpro – die Freienvertretung um.[2] Größter Standort des rbb ist das rbb-Gelände in der Medienstadt Babelsberg in Potsdam in Brandenburg.

Skandal 2022

Nach zahlreichen Vorwürfen der Vetternwirtschaft, Vorteilsnahme und Verschwendung trat Anfang August 2022 Patricia Schlesinger (* 1961) vom ARD-Vorsitz[3] und wenige Tage später auch von ihrem Amt als Intendantin des rbb zurück.[4] In der Folge kamen weitere Details ans Licht. Ein vehement abgestrittenes Bonussystem verschleierte die wahren Gehälter der rbb-Intendantin und der vier Direktoren, die veröffentlichten Zahlen entsprachen nicht den tatsächlichen Einkünften. Das Bonussystem wurde von dem Beratungsunternehmen Kienbaum erdacht und war in der ARD einmalig.[5] Als Erfinderin des Bonussystems gilt Sylvie Deléglise. Am 10. August 2022 wurde die bisherige Hauptabteilungsleiterin und Personalchefin als Nachfolgerin von Hagen Brandstäter zur kommissarischen Verwaltungsdirektorin ernannt. Deléglise ist verheiratet mit der Juristischen Direktorin Susann Lange, die beiden wurden von Friederike von Kirchbach (* 1955) getraut, die 2013 Vorsitzende des RBB-Rundfunkrates wurde.[6] Am 15. August 2022 wurde Schlesinger vom rbb-Rundfunkrat mit sofortiger Wirkung offiziell abberufen. Die Berliner Generalstaatsanwaltschaft ermittelt gegen Schlesinger, ihren Mann Gerhard Spörl sowie den ebenfalls zurückgetretenen Verwaltungsratsvorsitzenden Wolf-Dieter Wolf.[7] Am 20. August 2022 trat auch Friederike von Kirchbach, Vorsitzende des rbb-Rundfunkrats, mit sofortiger Wirkung von ihrem Posten zurück.[8] Noch am selben Tag entzogen die Intendanten der ARD der amtierenden rbb-Spitze das Vertrauen.[9]

Literatur

  • 2004: Online-Werbung bei öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten: Eine Betrachtung am Beispiel des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB), Irina Hundt, 112 Seiten, Dr. Kovac Verlag, ISBN 978-3830016595
  • 2008: Von Kooperation zu Fusion: Die Zusammenführung der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten Ostdeutscher Rundfunk Brandenburg (ORB) und Sender Freies Berlin (SFB), Alexander Kraake, 128 Seiten, VDM Verlag Dr. Müller, ISBN ‎978-3639001198

Weblinks

Quellen