John F. Charlewood Turner

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John Francis Charlewood Turner (* 1927 in London) ist ein britischer Architekt, Stadtplaner, Autor und Menschenrechtsaktivist.

Leben

John F. Charlewood Turner wurde 1927 in London in England geboren. Mit dem Besuch der St. Edmund's School in Hindhead, Surrey, dem Wellington College in Berkshire und der Architectural Association School of Architecture (AA) trat er in die Fußstapfen seines Vaters. 1944 schrieb er sich an der AA ein. Während des Studiums machte er mehrere Pausen und verbrachte unter anderem ein Jahr in Italien mit den Architekten Lodovico Barbiano di Belgiojoso (1909–2004), Enrico Peressutti (1908–1976) und Ernesto Nathan Rogers (1909–1969).[1] Belgioioso, Peressutti und Rogers gründeten 1932 mit Gian Luigi Banfi (1910–1945) die italienischen Architektengruppe BBPR.

1954 schloss Turner sein Architekturstudium an der Architectural Association School of Architecture in London ab. Anschließend arbeitete er von 1957 bis 1965 für acht Jahre in Peru. Von 1965 bis 1973 lebte er in Cambridge, Massachusetts in den Vereinigten Staaten.[1] Von 1965 bis 1967 forschte er am Gemeinsamen Zentrum für Städteforschung des Massachusetts Institute of Technology (MIT) und der Harvard University in Cambridge, Massachusetts. Anschließend lehrte er bis 1973 am MIT. Mit seiner zweiten Ehefrau und zwei Stiefkindern kehrte er 1973 nach London zurück.[1] Hier arbeitete er bis 1983 als Dozent am AA und am University College London (UCL).[2] Von 1983 bis 1986 koordinierte er die Habitat International Coalition (HIC).[3]

Die HIC setzte sich für obdachlose und andere sozial benachteiligte Menschen ein, die in unwürdigen Wohnraum leben. Anlaß war das von den Vereinten Nationen ausgerufene Jahr der Wohnungsbeschaffung für Obdachlose (1987). Turners Frau Bertha gab über diese Arbeit die Dokumentation beispielhafter Initiativen "Building Community: A Third World Case Book" heraus.[3] Im Jahr 1988 wurde Turner mit dem Right Livelihood Award (Alternativer Nobelpreis) ausgezeichnet.[2] 1989 zog Turner von London nach Hastings, Grafschaft East Sussex um. Fortan arbeitete er mit der Hastings-Stiftung an der nachhaltigen Entwicklung seiner neuen Heimatstadt.[3]

Während seiner aktiven Zeit veröffentlichte er viele Publikationen, die weltweit einen großen Einfluss auf die Wohnungspolitik haben.[2] Als Berater war er für viele Regierungen und nationale wie internationale Organisationen unter anderem in Peru, Indien, Ostafrika und dem Mittleren Osten tätig.[1]

Werke (Auswahl)

Englisch
  • 1966: Uncontrolled Urban Settlement: Problems and Policies
  • 1972: Freedom to Build, Dweller Control of the Housing Process, John Francis Charlewood Turner und Robert Fichter, Macmillan, New York
  • 1976: Housing By People: Towards Autonomy in Building Environments, 176 Seiten, Marion Boyars, Reprint: ISBN 978-0714525693
  • 1983: Architects for another development and how to increase demands for useful work, 9 Seiten, TH Darmstadt
Deutsch
  • 1978: Verelendung durch Architektur - «Housing by People» – Plädoyer für eine politische Gegenarchitektur in der Dritten Welt, Übersetzung durch Hubert Deymann, 141 Seiten, Rowohlt Verlag, Reinbek, ISBN 3-499-14264-3
  • 1982: Braucht die "Dritte Welt" eine neue Architektur : ein Plädoyer für sinnvollere Arbeitsinhalte / John F. C. Turner. TH Darmstadt, 8 Seiten

Weblinks

Quellen

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Ecological Building: Housing By People-Towards Autonomy in Building Environments
  2. 2,0 2,1 2,2 Right Livelihood Award: 1988 - John F Charlewood Turner
  3. 3,0 3,1 3,2 Land Salzburg - John F. Charlewood Turner (PDF)