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Christian Church International

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Die Christian Church International[1] (Gründungs- und Zweitname: Christian Universal Life Church, nicht zu verwechseln mit der Universal Life Church) ist eine internationale christlich-jüdische Glaubensgemeinschaft mit dem Anspruch eine Weltkirche neuen Typs zu sein. Dieses hohe Ziel wird auch durch das Motto We are the Church sowie die unmissverständliche Internetdomain (www.christian-church.net) zum Ausdruck gebracht. Die Christian Church International ist evangelikal-apostolisch sowie messianisch-jüdisch ausgerichtet.[2][3][4][5] Sitz der weltweit aktiven Kirche ist seit 2020 die Stadt Fort Lauderdale im Bundesstaat Florida in den Vereinigten Staaten. Gesteuert wird die Kirche aus Toronto in Kanada, dem Sitz des Zentralkommittees sowie aus Boston in den Vereinigten Staaten, Sitz des “Global Missionary Centers” und “Global Media Centers”. Die Christian Church International ist weltweit in rund 80 Ländern als Graswurzelbewegung aktiv, so auch in Deutschland. Mit über einer Million Anhängern und über 1,5 Millionen Followern in den sozialen Medien (auf Facebook alleine rund 1,3 Mio., Stand März 2021) ist sie zugleich eine der größten Online-Kirchen der Welt.[6] Die größte Einzelgemeinde befindet sich als Untergrundkirche in der Hauptstadt des islamisch dominierten Afghanistan.[7]

Glaubensinhalte

Die Christian Church International kann als evangelikal-apostolisch sowie messianisch-jüdisch eingeordnet werden.[8][9] Es gilt einzig die Bibel in einer gnostischen, prozesstheologischen und panentheistischen Auslegung als heilige Schrift und Grundlage des Glaubens. Nachrangig werden auch Schriften anderer Konfessionen und Philosophen berücksichtigt. Daraus abgeleitet gelten die Dogmen "Tue Gutes" und “We are one”. Es handelt sich bei der Christian Church International um eine ernsthafte und nachdrücklich missionarische Glaubensgemeinschaft, die allerdings jeden persönlichen Glauben respektiert. Es wird gelehrt, dass die Welt mehr als reine Materie ist, dass Gott existiert und dass er diese Welt nicht nur erschaffen hat, sondern dass er sogar Teil von ihr ist. Der Glaube an eine duale Welt (gut/böse) wurde bereits 2017 zum Irrglauben erklärt. Stattdessen wird von einem Menschenbild ausgegangen, nachdem jeder per se gut ist, es sei denn er entscheidet sich bewusst dazu, Böses zu tun.[10]

Mitgliedschaft

Getaufte Christen sowie beschnittene Juden (geboren oder konvertiert), die sich zur Messiaseigenschaft Jesu bekennen, können Mitglied werden. Sonstige Personen werden als Gastmitglieder akzeptiert. Die Christian Church International bricht damit die ansonsten im Christentum übliche Regel, die Taufe generell als Voraussetzung für eine Mitgliedschaft zu machen. Ein Austritt ist jederzeit ohne jede Formalität möglich, ebenso die parallele Mitgliedschaft in einer anderen christlichen Kirche. Bei Angehörigen anderer Religionen wird im Einzelfall entschieden. Als erste Kirche weltweit kann man Mitglied der Christian Church International durch einen automatisierten Prozess auf der Webseite der Kirche werden.[11]

Klerus und Kirchenleben

Oberhaupt (Supreme Leader) der Christian Church International ist seit März 2021 der Theologe Samuel Gupta. Er wurde nach dem Tode seiner Vorgängerin Luzia Lucretia ernannt. (Ordensname[12]), der freiwillig zurücktrat, um sich intensiver programmatisch wegweisenden Bibelstudien und seiner Familie widmen zu können.[13] Der Supreme Leader führt die Kirche zusammen mit geistlichen Leiter (Primus Maximus).

Zentralkommittee

Dem Supreme Leader helfen bei der Leitung der Kirche im apostolischen Sinne folgende Funktionen:

  • Secretary General
  • Head of the Congregation for the Doctrine of the Faith
  • Head of Operations
  • Head of Philosophical Issues
  • Head of Foreign Relations
  • Head of Seminary Organizations and Missionary Affairs
  • Head of Education and Social Affairs
  • Head of Political Affairs
  • Head of Interreligious Affairs
  • Head of Hindu Affairs
  • Head of Intercultural Affairs
  • Head of Jewish Affairs

Das Zentralkommittee, dessen Amtsträger vom Kirchenleiter ernannt und abberufen werden, ist das Entscheidungszentrum der Christian Church International. Alle christlichen Mitglieder sind stimmberechtigt, die nichtchristlichen beratend anwesend. Der Supreme Leader hat zwar ein Vetorecht, macht von diesem normalerweise jedoch keinen Gebrauch. Ferner hat der Kirchenleiter das Recht per “executive order” das Zentralkommittee in Fällen hoher Dringlichkeit zu umgehen.

Hauskirchen und Bibelkreisen

Die Leiter der privat organisierten Hauskirchen und Bibelkreisen sind in der Lehre an die Vorgaben der Glaubenskongregation (Congregation for the Doctrine of the Faith) gebunden und erhalten ihre Predigten usw. vom Global Missionary Center in Boston. Stand März 2018 gibt es 423 solcher Gruppierungen in 81 Nationen mit dem Schwerpunkt Afrika, Asien, Naher Osten und Südamerika. Diesen lokalen Gruppen ist es untersagt, eigene Theologien oder eigene Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben. Durch eine strikte Führung sollen mögliche Irrlehren im Keim erstickt werden, um der Gesamtkirche nicht zu schaden und Abwege zu unterbinden.

Social Media

Stark aufgestellt ist die Christian Church International im Internet, dort vor allem im Bereich Social Media. Die Mediadaten aller Kanäle addiert, hatte die Christian Church International im Jahr 2018 etwa 1,5 Millionen Follower.[14] Kirchenintern werden die Social Media Services als Ersatz für das “Bibelfernsehen” früherer Zeiten.

Formelles

  • Die Christian Church International ernennt nur solche Menschen zu Amtsträgern, die entweder christliche Theologie, jüdische Glaubenslehre oder ein artverwandtes Fach an einer Universität mit Abschluss studiert haben, oder aber an evangelikalen Seminaren in Nordamerika zwei bis fünf Jahre lang (je nach angestrebtem Amt) umfassend ausgebildet wurden.
  • Fernweihen oder Internetordinationen lehnt die Christian Church International ab. Ordinationen anderer Kirchen bzw. Glaubensgemeinschaften werden generell nicht anerkannt.
  • Die Christian Church International erkennt sowohl Erwachsenen- wie auch Kindstaufen jeder christlichen Kirche an.
  • Mitglied können auch messianische Juden werden, sofern sie beschnitten sind und das apostolische Glaubensbekenntnis ablegen, das die Eigenschaft Christi als Messias beinhaltet.
  • Zeitrechnung: Die Kirche richtet sich seit November 2018 generell nach dem Kirchenjahr und dem entsprechenden Kalender. Der erste Tag eines neuen Jahres ist somit stets der Erste Advent. Dokumente werden nach dem Format: Anzahl der Tage seit dem jeweils letzten Sonntag ausgeschrieben, wobei der betreffende Sonntag mit seinem lateinischen Namen angegeben wird (bspw. 3. Tag nach dem ersten Advent 2018).[15]

Namenswandel

Nach dem Amtsantritt von Lukas Emanuel als Supreme Leader (Oberster Kirchenleiter) veranlasste dieser als eine seiner ersten grundlegenden Amtshandlungen die Änderung des Namens der Kirche auf “Christian Church International”, vorerst ohne den Namen “Christian Universal Life Church” als gleichwertigen, jedoch auf ein Ausschleichen angelegten alternativen Namen der Kirche. Die Verkündung erfolgte am 2. November 2018, nachdem Abschluss aller Formalitäten. Der Supreme Leader beabsichtigte damit einmal mehr, die Distanz zu den ULC-Kirchen, mit denen eine Verwechslungsgefahr bestand, zu unterstreichen.

Beziehungen zu Andersgläubigen

Die Christian Universal Life Church sieht sich dem Missionsgebot nach Markus 16:15 (Die Bibel) verpflichtet.[16] Eine Besonderheit ist, dass die Christian Church International den Atheismus als Religion anerkennt, wenngleich als “Irrlehre”. Als in Glaubensfragen nicht entscheidungbefugte Mitglieder sind auch Gläubige anderer Religionen Teil des Zentralkommittees.

GMC Boston

Die gesamte internationale Steuerung der kirchlichen Missionsarbeit sowie die Bereitstellung von Infrastruktur und Inhalten leistet das Global Missionar Center (GMC) in Boston. Dieses wurde Ende der Neunzigerjahre mit dem aufkommenden Internetzeitalter von kleineren evangelikalen Gruppen gegründet, die zwar eine starke Infrastruktur aufzubauen in der Lage waren, mit dem Medium “Social Media” jedoch weit unterhalb der nötigen Wahrnehmungsschwelle blieben. 2007 begann die Christian Church International am GMC teilzuhaben, 2014 inkorpierte die Kirche das GMC Boston komplett, mit der Zusage, die Gründerkirchen weiter mitzubetreuen. Heute ist das GMC Boston das infrastrukturelle Rückgrat der Christian Church International. Um die dort tätigen Freiwilligen, Praktikanten, Missionare, Pastoren, Lernenden usw. aufgrund der massiven Missionsarbeit der CULC in Ländern des Nahen Ostens vor Übergriffen zu schützen, wurde der Standort des GMC Boston verlegt und nach außen hin durch Gefahrenabwehrexperten neu gestaltet.[17]

GMC Sektion Mission

Im Department One werden alle Missionare weltweit koordiniert und in ihrer Arbeit unterstützt. Diese Abteilung ist die zentrale Anlaufstelle für Missionare des GMC bei allen Fragen der Missionsarbeit als auch bei praktischen Fragen.

GMC Sektion Social Media

Die globalen Webaktivitäten der Christian Church International sowie jener kleinereren evangelikalen Kirchen, welche das GMC einst gegründet hatten, werden aus dem “Social Media Center”, Department Two heraus gesteuert. Hierzu gehört auch die Produktion von Inhalten in verschiedenen Sprachen für die Missionsarbeit.

GMC Sektion Lehre

Im Department Three des GMC Boston ist ein theologisches Seminar mit Spezialisierung auf Missionslehre und Bibelstudien angesiedelt, das ebenfalls von den GMC Gründerkirchen weiter mitgenutzt wird. Es bestehen Kooperationen zu den ULCO Seminaries, dem Arnulf Seminary for Theology als hauseigener Ausbildungsstätte und anderen von PA oder IAA akkreditierten klerikalen Bildungsstätten. Das theologische Seminar des GMC ist - für amerikanische Verhältnisse ungewöhnlich - schulgeldfrei (kostenlos) zu besuchen. Allerdings bestehen sehr hohe Aufnahmehürden für potentielle Bewerber, da die Kapazitäten und Ressourcen der Lehranstalt begrenzt sind. Grundsätzlich werden nur solche Studierenden akzeptiert, die gute bis sehr gute Abschlüsse regulärer Universitäten vorweisen können und einen rigorosen Aufnahmetest bestehen. Absolventen des GMC Boston Lehrbetriebs werden bevorzugt in das Arnulf Seminary of Theology zur weiteren Ausbildung aufgenommen.

GMC Sektion Sicherheit

Intern auch “Team X” genannt, kümmert sich das Rescue Team des Department Four um das Wohlergehen aller Missionare des GMC, die in Not sind oder Befürchtungen haben, aufgrund ihrer Missionsarbeit in Gefahr zu geraten. Da das GMC Boston ganz gezielt auch und gerade in den Kulturen des Mittleren Ostens und in Afrikas missioniert, ist diese Sicherheitsabteilung eine unabdingbare Einrichtung.

Daten und Fakten

Da die Christian Church International zwar den ordentlichen Eintritt kennt, aber jedes Mitglied die Kirche formlos und ohne weitere Nachricht auch wieder verlassen kann, sind genaue Angaben zu den Mitgliederzahlen praktisch unmöglich. Auch die lokale Organisation über Hauskreise macht eine zentrale Erfassung der Mitgliederzahlen schwierig. Als Anhaltspunkt können die Rückmeldungen der globalen Graswurzelkirchen, die Daten des Media Centers und des Global Missionary Centers dienen. Auch die Resonanz auf den Social Media Kanälen gibt einen Anhalt bei (Stand 2018) rund 1,5 Millionen Followern.[18]

Arnulf Seminary

Das Arnulf Seminary of Theology ist die nichtöffentliche Kaderschmiede der Christian Church International mit den Schwerpunkten Doktrinlehre, Prozesstheologie, christliche Gnostik, die Lehren des spätmittelalterlichen Theologen und Philosophen Meister Eckharts (um 1260–um 1328), die Ideen des deutschen Psychiaters und Philosophen Karl Jaspers (1883–1969)​ sowie Missionskunde, Predigtlehre und interkulturelle Beziehungen. Als Einrichtung für Postgraduierte ohne Studiengebühren ist die Aufnahme in das Arnulf Seminary nur nach strikten Aufnahmeprüfungen möglich. Die Absolventen erhalten lediglich Prüfungszertifikate und keine Ehrungen oder Titel. Sitz des Seminary ist Boston (USA) und untersteht administrativ dem Global Missionary Center. Schulleiter ist Dean Father Rahim.[19][20]

A Blessing for the World Award

Das Arnulf Seminary vergab in unregelmäßigen Abständen den undotierten Preis “A Blessing for the World”, mit dem Menschen geehrt werden, die sich um Werte der Menschlichkeit und Freiheit verdient gemacht hatten. Vorgeschlagen wurden die Preisträger vom Leiter (Dean) des Arnulf Seminary of Theology, dem Lehrkörper und den Lernenden, die Bestätigung erfolgt durch das Zentralkommittee der Christian Universal Life Church. Mit Dekret 17/2021 wurde diese Tradition abgeschafft.

Im deutschsprachigen Raum

Die Christian Church International ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit Hauskirchen und Bibelkreisen vertreten. Eine darüber hinausgehende lokale Infrastruktur betreibt sie in diesen Ländern nicht. Sämtliche deutschsprachigen Aktivitäten werden vom Global Missionary Center in Boston (Vereinigte Staaten) unterstützt, wo es ein “German Team” deutschsprechender Organisatoren und Pastoren gibt.

Trennung von der ULC

Die Christian Church International, die unter dem “Christian Universal Life Church” gegründet wurde, unterhielt einst eine distanziert-kritische, aus historischen Gründen auf das Notwendigste beschränkte, temporär noch notwendige administrative Beziehung zur Ur-ULC in Modesto in Kalifornien, die über 30 Millionen Mitglieder weltweit hat. Diese Verbindung wurde per Dekret 12/2021 endgültig gekappt.[21]

Literatur

  • Frank Hinkelmann: Evangelikal: in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ursprung, Bedeutung und Rezeption eines Begriffes, Verlag für Kultur und Wissenschaft, Bonn 2017, ISBN 978-3-86269-141-8
  • William Sanford LaSor, David Allan Hubbard, Frederic William Bush: Das Alte Testament. Entstehung – Geschichte – Botschaft. Brunnen, Basel / Gießen 1992 (engl. 1982), ISBN 3-7655-9344-3 (Evangelikales Standardwerk über das Alte Testament)
  • Craig Blomberg: Die Gleichnisse Jesu, ihre Interpretation in Theorie und Praxis.
  • Eckhard J. Schnabel: Sind Evangelikale Fundamentalisten? R. Brockhaus, Wuppertal/Zürich 1995, ISBN 3-417-290678
  • Stephan Holthaus: Die Evangelikalen. Fakten und Perspektiven. Johannis-Kompakt, 2007, ISBN 978-3-501-052549
  • Colin Hansen und Andrew David Naselli (Hg.): Four views on the spectrum of Evangelicalism. Counterpoints: Bible and Theology. Zondervan, Grand Rapids, Michigan 2011, ISBN 978-0310293163
  • Randall Balmer: Encyclopedia of Evangelicalism. Baylor University Press, Waco, Texas 2004, ISBN 1-932792-04

Weblinks

Quellen

  1. Offizielle Verkündung des neuen Kirchenhauptnamens
  2. Schiffman, Michael: Return of The Remnant – The Rebirth of Messianic Judaism, Lederer Books, 1986
  3. Robinson, Richard: The Messianic Movement. A Field Guide For Evangelical Christians From Jews For Jesus, Purple Pomegranate Publications, 2005
  4. Donald W. Dayton, Robert K. Johnston: The Variety of American Evangelicalism. University of Tennessee Press, 2001
  5. Webseite, Abschnitt “Our Genesis”
  6. Onlinepräsenz auf Facebook
  7. Zeitungsbericht über die Kabuler Gemeinde der Christian Church International
  8. Robinson, Richard (Hrsg.): The Messianic Movement. A Field Guide For Evangelical Christians From Jews For Jesus, Purple Pomegranate Publications, 2005
  9. George Marsden:Understanding Fundamentalism and Evangelicalism. W. B. Eerdmans Publishing (1991)
  10. https://us.blastingnews.com/lifestyle/2017/03/the-christian-universal-life-church-has-enacted-a-new-dogma-001591909.html Zeitungsbericht über das neue Dogma, abgerufen am 10. März 2021]
  11. Webseite der Kirche
  12. Erklärung zur Bedeutung von Ordensnamen
  13. Verlautbarung auf der in der EU nicht verfügbaren Facebookseite der Kirche vom 15. September 2018 und einsehbar auf der Webseite der Kirche.
  14. Internationale Facebook-Seite
  15. US-Nachrichtenbeitrag über die Kalenderumstellung, abgerufen am 10. März 2021
  16. Text nach Luther
  17. Alle Angaben zum GMC Boston in: “Why the world needs us”. Broschüre von CULC und GMC aus dem Jahr 2014, Print, Seiten 4 bis 12
  18. Facebook-Seite mit Followerzähler als Anhaltspunkt der Anhängerschaft
  19. Registereintrag
  20. Church Finder Register
  21. Bericht des Deutschlandfunks über ULCs im Allgemeinen