Internet Archive

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Das Internet Archive ist eine Website für die Archivierung von Websites und dient als digitale Bibliothek. Das in San Francisco in der ehemaligen Christian Science Church beheimatete gemeinnütziges Projekt wurde 1996 von Brewster Kahle (* 1960) gegründet. Seit 2007 hat es den offiziellen Status einer Bibliothek.[2] Es enthält Millionen von freien Büchern, Filmen, Programmen, Musik, Websites und mehr. Das Webarchiv Wayback Machine ist das Herzstück dieses Projekts, es enthält mehrere hundert Milliarden Websites zu verschiedenen Zeitpunkten ab 1996. Finanziert wird das Internet Archive über Spenden.[3] Die 2002 eröffnete Bibliotheca Alexandrina in der ägyptischen Hafenstadt Alexandria bekam eine Kopie des Internet Archive-Bestandes von Kahle gestiftet. Die Bibliothek von Alexandria war die bedeutendste Bibliothek in der Antike.[4]

Internet Archive
Logo
Logo
Motto Universal access to all knowledge
Web-Archivierung/
Digitale Bibliothek
Sprachen englisch (Oberfläche)
mehrsprachig (Inhalte)
Betreiber Internet Archive, San Francisco[1]
Redaktion Brewster Kahle
Registrierung optional
archive.org
Brewster Kahle, 2015
Zentrale des Internet Archivs in der ehemaligen Christian Science Church in San Francisco

Geschichte

Gründer Brewster Kahle entwickelte in den frühen 1990er Jahren die Suchmaschine WAIS (Wide Area Information Server) und verkaufte 1995 sein Unternehmen WAIS Inc. an AOL (America Online). Sein 1996 gegründeter Online-Dienst Alexa Internet wurde 1999 für 250 Millionen Dollar von Amazon übernommen.[5]

Im Mai 1996 wurde das Internet Archive von Brewster Kahle (mit)gegründet.[6][7] Seine Stiftung sammelte etwa sieben Jahren lang Websites als Momentaufnahmen und macht sie 2001 als The Wayback Machine öffentlich zugänglich.[8] 1999[9] wurden ein Teil des Prelinger Archives zum Internet Archive hinzugefügt. Die Filmsammlung der amerikanischen Kulturgeschichte wurde 1982 von Rick Prelinger gegründet.[10] 2006 kam der Webarchiv-Service Archive-It zum Internet Archive hinzu. Hier haben Organisationen die Möglichkeit, digitale Sicherungen ihrer Sammlungen anzulegen und die Freigabe der Daten selbst festzulegen.[11] 2015 war das Internet Archiv bereits ingesamt über fünfzig Petabyte groß und auf mehrere Rechenzentren verteilt, darunter ein Backup-Rechenzentrum in Richmond. Das Budget betrug 2015 von zehn Millionen US-Dollar.[3]

Im Juli 2021 vereinbarte das Internet Archive mit der Nationalbibliothek Neuseelands, dass 600.000 zumeist vergriffene Bücher aus dem Bestand der neuseeländischen Nationalbibliothek auf den Philippinen eingescannt und anschließend in den USA eingelagert werden. Die Nationalbibliothek möchte diese selten genutzten Werke vorwiegend aus der zweiten Hälfte der 1960er-Jahre aussortieren, um Platz für andere Druckwerke zu schaffen. Die digitalen Versionen werden über das Open Library Service weltweit frei zugänglich sein.[12][13]

Während der COVID-19 hob das Internet Archive 2020 aufgrund geschlossener Büchereien und den erschwerten Zugriff auf Lernmaterial die Beschränkung der maximal möglichen Zugriffe auf einen Teil der digitalen Bücher auf. Die Beschränkung bezog sich bis dahin auf die Anzahl der vorhandenen physischen Kopien des Werkes. Dagegen klagten 2020 die vier Verlage Hachette, HarperCollins, John Wiley & Sons und Penguin Random House (Bertelsmann). Das Internet Archive beschränkte daraufhin Mitte 2020 die Zugriffe auf Werke mit Urheberrechtsansprüchen wieder auf die Anzahl der physischen Kopien. Am 24. März 2023 wurde die Klage von einem Bezirksgericht von New York entschieden, die Verlage bekamen Recht. Das Internet Archive kündigte an, Revision gegen das Urteil einlegen zu wollen.[14][15]

Am 11. August 2023 reichten sechs Plattenfirmen wie UMG Recording, Capitol Records und Sony Music Entertainment beim Bundesgericht in Manhattan eine Urheberrechtsklage im Wert von über 372 Millionen US-Dollar unter anderem gegen das Internet Archive ein. Die Klage wirft eine Verletzung von 2.749 Werken vor, die von verstorbenen Künstlern im Rahmen des Great 78 Project aufgenommen wurden. Das Gemeinschaftsprojekt Great 78 Project digitalisiert Aufnahmen der bis etwa 1950er-Jahre produzierten 78 rpm-Schallplatten.[16][17]

Weblinks

Quellen