Chronik der Raumfahrt und Astronomie seit 2000

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Chronik der Raumfahrt und Astronomie seit 2000

2000

Raumstation Mir
  • Juni: Die Russen Sergej Saljotin (*1962) und Alexander Kaleri (*1956) kehren als letzte Besatzung der seit 1986 bemannten Raumstation "Mir" auf die Erde zurück.[1]
  • Juni: Das 1991 gestartete "Compton Gamma Ray Observatory" (CGRO) stürzt ab. Es war das zweite Weltraumteleskop nach Hubble, das mit Röntgen arbeitende Chandra X-ray ist seit 1999 aktiv.
Internationale Raumstation (ISS)
  • Oktober: Das "BeiDou Navigation Satellite System" (BDS) ist ein chinesisches Pendant zu GPS und dem russischen GLONASS. Die experimentelle erste Phase läuft bis 2003.
  • November: Die 1998 begonnene "Internationale Raumstation" (ISS) wird in 400 km Höhe permanent bemannt.

2001

  • Februar: Der 1996 gestartete "NEAR" Shoemaker landet auf Eros[2]
  • März: "Mir" verglüht.
  • April: Dennis Tito wird der erste Weltraumtourist, er zahlt etwa 20 Mio$ für eine Fahrt zur ISS. Bis 2009 sind es insgesamt 7, die erste Frau Anousheh Ansari fliegt 2006.[3]
  • April: Start der "2001 Mars Odyssey"-Mission zum Mars. Seit Oktober umkreist sie den Mars.
  • April: "GSLV" ist eine indische Trägerrakete, die von der Raumfahrtbehörde ISRO gestartet wird. Sie baut auf der seit den 90ern verwendeten PSLV auf.
  • Mai: Pizza Hut liefert als Werbegag Essen zur ISS.[4]
  • Juni: "Wilkinson Microwave Anisotropy Probe" (WMAP) soll die kosmische Hintergrundstrahlung erforschen.

2002

  • April: Der große Umweltsatellit "Envisat" (Environmental Satellite) der ESA wird ins All gebracht und arbeitet bis 2012.[5]
  • Juni: Chad Trujillo (*1973) und Michael Brown, s. o., entdecken mit dem "Oschin Teleskop" des Palomar-Observatoriums im hinter dem Neptun liegenden Kuipergürtel den Zwergplaneten "Quaoar", der nach einem Schöpfergott der kalifornischen Tongva-Indianer benannt wird.[6]

2003

Columbia mit Kettenfahrzeug auf dem Weg zur Startrampe des Kennedy Space Centers, 1998
  • 1. Februar: Die amerikanische Raumfähre "Columbia" explodiert beim Wiedereintritt in die Athmosphäre. Sechs amerikanische Astronauten und der erste Israeli im All Ilan Ramon (1954-2003) sterben.[7]
  • Mai: Die japanische JAXA startet ihre Asteroidenmission "Hayabusa"
  • Mai: ESA und EU wollen gemeinsam das Satellitennavigationssystem "Galileo" aufbauen, die Behörde GNSS wird ihren Sitz in Prag einrichten.[8]
  • Juni: Eine NASA-Sonde mit dem Rover "Spirit" wird zum Mars losgeschickt.
  • Juni: Die ESA Sonde "Mars Express" wird gestartet und erreicht Dezember ihr Ziel.[9]
  • Juni: Das kanadische Weltraumteleskop "MOST" (Microvariability & Oscillations of Stars oder Microvariabilité & Oscillations Stellaires) zur Messung von Sternhelligkeiten wird in Russland gestartet.
Mars Rover Opportunity (MER-B), künstlerische Darstellung
  • Juli: NASA-Sonde mit Rover "Opportunity" wird Richtung Mars gestartet.
  • August: Das nach einem Astrophysiker (Lyman Spitzer 1914-1997) benannte "Spitzer Space Telescope" (SST) ist ein neues Infrarot-Weltraumteleskop der NASA.
  • Oktober: Die gigantische Struktur "Sloan Great Wall" wird entdeckt[10]
  • 15. Oktober: China bringt via "Shenzhou 5" als dritte Nation mit einem eigenen Raumfahrtsystem Menschen ins All, sie heißen "Taikonauten". Der erste ist Yang Liwei (* 1965). Das Kosmodrom "Jiuquan" befindet sich in der Provinz Innere Mongolei.
  • November: Der transneptunische "Sedna", vermutlich ein Zwergplanet, wird von Mike Brown, s. o., vom CalTech entdeckt.
  • Dezember: Die Sonde "Beagle 2" (ESA) landet auf dem Mars, kann aber keine Verbindung herstellen und wird aufgegeben. Die britische Popgruppe Blur hatte extra einen Popsong dafür geschrieben.[11]

2004

  • Januar: Die NASAsonde "Spirit" (MER-A) landet im Gusev-Krater des Mars und sendet bis 2010. Die Schwestersonde "Opportunity" (MER B) folgt etwas später im Meridiani Planum nach.
  • Februar: Die für Privatmissionen zuständige russische Weltraumagentur "Roskosmos" stellt ihr Konzept für das Raumschiff "Kliper" vor, das Projekt wird jedoch 2007 eingestellt.
  • März: ESA Sonde "Rosetta" startet zu einem Kometen, vgl. 2014
  • August: Der Satellit "MESSENGER" ['mäsendʃer] (Akronym von MErcury Surface, Space ENvironment, GEochemistry und Ranging) wird zum Merkur geschickt
  • Oktober: Privater Raumflug: Durch den erfolgreichen Flug des von Paul Allen gesponserten "SpaceShipOne" [späysʃipwan] gewinnt Burt Rutans (*1943) Team "Scaled Composites" [skäyld com'posits] den 1996 mit zehn Millionen Dollar dotierten "Ansari X Preis".
  • November: Der mit US$50 Millionen dotierte "America's Space Prize" wird von Robert Bigelow (*1945) für amerikanische Firmen ausgelobt, die Astronauten zu einem Satelliten bringen, aber 2010 ergebnislos beendet.
  • Dezember: Ein Team um Mike Brown entdeckt den transneptunischen Zwergplaneten "Haumea" (benannt nach einer hawaiianischen Muttergöttin, weil das Observatorium auf Hawaii steht).

2005

  • Januar: Der transneptunische Zwergplanet "Eris" wird am Palomar Observatorium von einem Team um Mike Brown entdeckt. Der Name von der griechischen Göttin des Streits resultiert aus den Zänkereien die es um seine Entdeckung und Bewertung gab.
  • Januar: Der Orbiter "Huygens", der sich einen Monat zuvor von der 1997 gestarteten Sonde "Cassini" gelöst hatte, landet auf dem Saturnmond Titan.[12]
  • März: Der Zwergplanet "Makemake" (benannt nach dem Fruchtbarkeistsgott der Osterinsel, da er zur Osterzeit entdeckt wurde) wird vom Team um Mike Brown im Kuypergürtel, dessen größtes bekannte Objekt es ist, entdeckt.[13]
  • August: Aufbruch des großen "Mars Reconnaissance Orbiter" (MRO, englisch für Mars-Erkundungssatellit) der NASA, damit sind vier Orbiter gleichzeitig in Betrieb.
  • Oktober: Das "Large Binocular Telescope" (LBT), eines der weltgrößten optischen Teleskope wird auf dem Mount Graham in Arizona in Betrieb genommen.[14]
  • Oktober: Der Start von "CryoSat-1", der die Kryosphäre der Erde vermessen soll, scheitert [15]
  • November: Erste ESA Sonde zur Venus, "Venus Express" (VEX), wird gelauncht. Sie erreicht April 2006 ihr Ziel.[16]

2006

  • Januar: Die gestartete NASA-Sonde "New Horizons" soll 2015 Pluto erreichen.
  • Juli: Die Privatfirma "Bigelow" aus Nevada startet das erste ihrer "Genesis"-Module.[17]
  • Dezember: Michail Tjurin schlägt als Werbeaktion eines kanadischen Golfausrüsters mit einem vergoldeten Eisen 6 einen Golfball von der ISS.[18]

2007

  • Februar: Die Astronautin Lisa Nowak wird in einem bizarren Eifersuchtsdrama festgenommen und aus der NASA ausgeschlossen.[19]
  • Juni: Der teilprivate deutsche Erdbeobachtungssatellit "TerraSAR-X" wird in Baikonur ins All geschossen.[20]
  • September: Der "Google Lunar X-Prize" lobt $30 Mio. für eine private Mondlandung aus, bei der ein Roboter 500 m fährt.
  • September: FOTON 3: Bärtierchen (Tardigraden) sind die ersten Mehrzeller, die im Weltall überleben [21][22][23][24]
  • Oktober : Das chinesische Mondprogramm beginnt mit dem Mondorbiter Chang’e-1, benannt nach der chinesischen Mondgöttin.[25]

2008

  • Mai: Der August 2007 gestartete Lander "Phoenix" landet auf dem Mars, im November bricht aber der Kontakt schon ab.
  • Juni: Das Weltraumteleskop "Fermi Gamma-ray Space Telescope" (FGST; vormals GLAST genannt) soll Quellen hochenergetischer Gammastrahlen aufspüren.
  • Oktober: Indien schickt "Chandrayaan-1" Richtung Mond, der Kontakt reißt 2009 ab, aber bis dahin wurde sensationell festgestellt, dass es fast überall auf dem Mond Wasser gibt.[26]

2009

  • März: Das "Kepler"-Weltraumteleskop der NASA wird gestartet, um nach Exoplaneten zu suchen.[27]
  • Mai: ESA schießt das Herschel-Weltraumteleskop (Infrarot) und das Planck-Weltraumteleskop zur Erforschung der kosmischen Hintergrundstrahlung ins All. Sie sind nur bis 2013 im Einsatz.
  • Juli: Charles Bolden (* 1946) ist der erste Farbige, der NASA Chef wird.
Kuppelbau des Gran Telescopio Canarias
  • Juli: Gran Telescopio Canarias (GRANTECAN), das weltgrößte Spiegelteleskop mit aktiver Optik, mit 10,4 m Spiegeldurchmesser geht auf dem "Roque de los Muchachos" auf der Kanareninsel La Palma in Betrieb. Wichtige Teile stammen von der deutschen Firma Schott.[28]
  • Dezember: Der "Wide-field Infrared Survey Explorer" (WISE) soll nach Asteroiden suchen.

ab 2010

2010

  • April: "Cryosat-2" ist ein Forschungssatellit der ESA zur Beobachtung der Eismassen der Erde.
  • April: Der unbemannte experimentelle Raumgleiter "Boeing X-37" bricht mit geheimer Fracht zu seinem ersten Einsatz auf.
  • November: Erster Einsatz des umgebauten Jumbojets "Stratospheric Observatory For Infrared Astronomy" (SOFIA) von NASA und DLR als Infrarotteleskop über den Wolken.
  • Dezember: Elon Musks kalifornisches Privatunternahmen "SpaceX" schickt den unbemannten Raumfrachter "Dragon" zu einem Testflug ins All.

2011

  • Juli: "RadioAstron (Spektr-R)", ein Weltraumteleskop für Beobachtungen im Radiobereich, wird als internationales Projekt unter russischer Führung gelauncht.[29]
  • Juli: Das Shuttle-Programm mit dem Flug der Atlantis beendet.
  • August: "Juno" ist eine NASA New Frontiers mission zum Jupiter.
  • September: Der extrasolare, saturngroße "Kepler-16b" ist der erste bekannte Planet, der einen Doppelstern umkreist.
  • November: "Curiosity" startet zum Mars
  • September: "Tiangong 1", erster Teil der geplanten chinesischen Raumstation
  • Dezember: Chinesisches Navigationssystem "BeiDou 2" oder "COMPASS" in China, aber noch nicht überall, aktiv.

2012

  • Februar: Die seit 1998 in Italien entwickelte vierstufige "Vega" (Vettore Europeo di Generazione Avanzata) der ESA ist die kleine Schwester der Ariane 5
  • August: Der bislang größte Rover "Curiosity" (fast eine Tonne schwer) landet auf dem Mars
  • November: Die riesige Quasargruppe "U1.27" (auch Huge Large Quasar Group, HQG) wird entdeckt.

2013

  • Februar: Der kanadische "NEOSSat" (Near Earth Object Surveillance Satellite) zur Aufspürung erdnaher Asteroiden wird in Indien gestartet
  • Mai: Der kanadische ISS-Kommandant Chris Hadfield (*1959) dreht ein Musikvideo von David Bowies "Space Oddity" im All und stellt es auf YouTube.
  • August: Technische Probleme des Keplerteleskops zwingen zum Abbruch der ersten Mission, ab 2014 geht es mit der zweiten (K2) weiter.
  • September: Der japanische Robonaut "Kirobos" macht den ersten Raumflug zur ISS[30]
  • November: "Hercules–Corona Borealis Great Wall" wird postuliert, es wäre die größte bekannte Struktur im Universum.
  • November: Indische "Mars Orbiter Mission" (MOM, auch Mangalyaan) startet vom "Satish Dhawan Space Centre" (SHAR)
  • November: NASA Sonde "MAVEN" (Mars Atmosphere and Volatile Evolution) wird zum Mars geschickt.[31]
  • November: ESA-Mission SWARM soll die Entwicklung des Erdmagnetfeldes erforschen.
  • Dezember: ESA startet "Gaia" zur Vermessung des Alls[32][33]
  • Dezember: "Chang’e-3" gelingt eine weiche Landung auf dem Mond und setzt den Rover "Yutu" ab.

2014

  • Januar: Chinesischer Rover Yutu/Jadekaninchen (der Yutu ist in der Mythologie das Haustier der Mondgöttin Chang'e) bleibt nach 100 Metern auf dem Mond stehen, liefert mit seinem den gut zwei Meter tiefen Regolith durchdringenden Radar noch einige Messdaten. Die Schichten darunter sind aus Basalt, die oberste gut 40 Meter dicke weist viel Titanoxid auf.
  • Januar: Der indische Kommunikationssatellit "GSAT-14" wird von der Raketenstartplatzinsel "Sriharikota" im Staat Andhra Pradesh abgeschossen .
  • April: "Sentinel 1" ist der erste einer Serie von Erdbeobachtungsradarsatelliten des Copernicus-Programms der ESA.[34]
  • Juni: Der Start des riesigen "James Webb Weltraumteleskops" der NASA wird aus Kostengründen auf 2018 verschoben.[35]
  • September: Die indische "Mars Orbiter Mission" erreicht den Mars, gleich im ersten Anlauf und sehr preisgünstig hat Indien mit den Westmächten und Russland gleichgezogen.[36]
  • September: Curiosity erforscht den Mount Sharp auf dem Mars.[37]
  • Oktober: Der Prototyp "VSS Enterprise" ("SpaceShipTwo"-Klasse) der Firma Virgin Galactic stürzt in der kalifornischen Mojave-Wüste ab, der Copilot Michael Alsbury (1975–2014) kommt ums Leben.[38]
  • November: Die Landefähre "Philae" der ESA-Sonde Rosetta landet auf dem Asteroiden "67P/Tschurjumov-Gerasimenko".
  • Dezember: Die japanische Sonde "Hayabusa 2" (Wanderfalke) startet vom Weltraumbahnhof Tanegashima mit einer H-IIA-Rakete zu einem erdnahen Asteroid.
  • Dezember: Die Sonde "New Horizon" wird aktiviert, sie ist in der Nähe des Pluto.

Weblinks

Quellen

  1. Chronologie: Eine kurze Geschichte der "Mir" - SPIEGEL ONLINE, 08.03.2001
  2. astronews.com - NEAR: Geglückte Landung auf Eros, 13. Februar 2001
  3. RIA
  4. Pizza Hut Becomes First Company In History To Deliver Pizza To Residents Living In Outer Space | SpaceRef - Your Space Reference, May 21, 2001
  5. DLR - Envisat: der Umwelt-Satellit
  6. Dr.Freunds Multiversum
  7. FAZ 06. Oktober 2014
  8. GSA
  9. Mars Express
  10. Star Obeserver - Astronomy Picture of the Day 7. November 2007 - Die Sloan Great Wall: Das größte bekannte Gebilde
  11. BBC 30.1.2002
  12. Landing on Titan: Pictures from Huygens Probe on Saturn Moon Space.com
  13. SPIEGEL 2012
  14. Welt der Physik über das LBT
  15. ESA über Cryosat
  16. Astrokramkiste über Venus Express
  17. Raumfahrer.net über Genesis 1^
  18. Spiegel, 23.11.2006
  19. New York Times,6.2.07,Astronaut Charged With Attempted Murder
  20. DLR TerraSAR-X
  21. Scinexx: Erstes mehrzelliges Tier überlebt ungeschützte Weltraumbedingungen
  22. Raumfahrer.net, Zähe Mikroben überleben im Weltraum
  23. Süddeutsche
  24. YouTube
  25. Space.com
  26. DLR Chandrayaan
  27. DLR über Kepler, 2006 ist falsch
  28. FOCUS 24.7.2009
  29. RIA Novosti
  30. Ein kleiner Schritt für Kirobo: Roboter-Astronaut sendet erste Botschaft von ISS - FOCUS Online, 06.09.2013
  31. NASA
  32. Erfolgreicher Start der Eine-Milliarde-Sterne-Mission / ESA, 19 Dezember 2013
  33. Eine Raumsonde erkundet die Milchstraße | Deutsche Welle, 19.12.2013
  34. Frankfurter Rundschau, 4.4.14
  35. "Die nächste Generation: James Webb Weltraumteleskop (JWST)", Astronomie.info
  36. Planetary
  37. Spektrum 26.09.2014
  38. Unfallbeschreibung in der Daily Mail, 31.Oktober 2014