Shingled Magnetic Recording

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Shingled Magnetic Recording (SMR) ist ein Verfahren zur Aufzeichnung von Daten auf einer Festplatte.

Das Verfahren erzielt eine höhere Aufzeichnungsdichte, als das bis dahin übliche Perpendicular Recording (PMR). Dazu wird der Abstand zwischen den Spuren weiter verkleinert, wobei sich die Spuren teilweise überlappen. Das ähnelt Schindeln zur Dacheindeckung oder Fassadenverkleidung, daher der Begriff Shingle (englisches Wort für Schindel).

Das Verfahren ist als Nachfolger von PMR zur Steigerung der Festplattenkapazitäten notwendig, da das Verfahren Heat-assisted magnetic recording (HAMR) noch nicht weit genug entwickelt ist.

Geschichte

Im Oktober 2009 wurde in IEEE Transactions on Magnetics (Volume:45, Issue:10) das theoretische Verfahren mit einer Aufzeichnungsdichte von 2-3 Tbit/inch^2 von S. Greaves, Y. Kanai und H. Muraoka beschrieben. Die Möglichkeiten des Verfahrens wurden mit mikromagnetischen Simulationen berechnet.[1]

Der kalifornische Hersteller Seagate hat im September 2013 die ersten Festplatten mit SHR für das Jahr 2014 angekündigt.[2] Mit der Archive HDD v2 veröffentlichte Seagate dann Ende 2014/Anfang 2015 eine 8 TByte-Festplatte mit sechs Scheiben, SATA-Interface und 512-Byte-Sektoren. Die Archive HDD v2 ist die erste im Handel verfügbare SMR-Festplatte. Das kalifornische Unternehmen HGST (vormals Hitachi Global Storage Technologies Ltd.) nutzt in einer mit Helium-gefüllten 10-TByte-Festplatte ebenfalls SMR. Diese Festplatte war im Februar 2015 bei einigen Pilotkunden im Einsatz. In der 8-TByte-Version setzte HGST dagegen noch auf traditionelle PMR-Aufzeichnung.[3] Im Juni 2015 brachte HGST die erste Festplatte mit 10 TByte Kapazität auf den Markt. Die Ultrastar Archive Ha10 mit 7200 Umdrehungen pro Minute und 256 MByte Cache kombiniert Shingled Magnetic Recording mit Helium-Füllung.[4] Das am 24. Juli 2016 veröffentlichte Linux 4.7 Kernel unterstützt nun Zone ATA Commands (ZAC), die für Festplatten mit SMR geschaffen wurden.[5]

Weblinks

Quellen